Fundraiser-Magazin ist das Branchenmagazin für Sozialmarketing, Spenden und Stiftungen

Fundraising ist Teil des Sozialmarketings. Dabei geht es um die Mittelbeschaffung für gemeinnützige Zwecke – und genauso auch um das Finden und Binden von Unterstützern, Freunden und Förderern der Guten Sache.

Dazu bietet das Fundraiser-Magazin Orientierungswissen, konkrete Best-Practice-Beispiele, Erfahrungsberichte, Analysen, Trends und Termine. Das Branchen­magazin zeigt, wie erfolgreiche Non-Profits agieren, liefert Ideen und immer wieder neue Impulse für eine nachhaltige Mittel-Akquise. Außerdem veranstaltet das Magazin regelmäßig regionale Fachveranstaltungen zum Thema Fundraising in Deutschland – die Fundraisingtage.

Dossier: Non-Profit-Ratgeber für Einsteiger

Der Alltag in gemeinnützigen Organisationen bringt immer wieder Herausforderungen mit sich. Sei es die Steuererklärung, der Sponsoringvertrag, die Regelungen zum Mindestlohn oder die Versicherung einer öffentlichen Veranstaltung. In der Reihe „Non-Profit-Ratgeber für Einsteiger“ erklären das Fundraiser-Magazin, worauf NPOs achten müssen.

Wann ein Verein Prozesskostenhilfe bekommen kann

Eines der Grundprinzipien des Rechtsstaates ist die Gewährung von Prozesskostenhilfe an gerichtliche Parteien, die die Kosten eines Rechtsstreites nicht tragen können. In Deutschland gibt es dazu die Prozesskostenhilfe. Das OLG Frankfurt hatte zu entscheiden, unter welchen Voraussetzungen Vereine Prozesskostenhilfe bekommen können (OLG Frankfurt/Main, Beschluss vom 5. 4. 2016, Az.: 8 W 19/16).

Was war das Problem?
Ein Verein hatte einen Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe gestellt. Er konnte die Kosten eines Verfahrens nicht selber tragen. Allerdings hatte bereits das Landgericht den Antrag des Vereins zurückgewiesen. Daher hatte das OLG Frankfurt in 2. Instanz zu entscheiden.

Kernaussagen der Entscheidung
Die OLG-Richter hatten zu prüfen, ob die Voraussetzungen des § 116 Satz 1 Nr. 2 Zivilprozessordnung (ZPO) erfüllt waren. Danach erhält eine Partei eines Gerichtsverfahrens auf Antrag hin Prozesskostenhilfe, wenn weder sie noch sonst am Gegenstand des Verfahrens „wirtschaftlich Beteiligte“ die Prozesskosten aufbringen können und wenn die Unterlassung der Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung allgemeinen Interessen zuwiderlaufen würde.

Genau dieser Ansicht war der Verein. Das OLG hat sich diese Auffassung in dem konkreten Fall jedoch aus 3 Gründen nicht angeschlossen und den Antrag auf Prozesskostenhilfe zurückgewiesen.

Vereine müssen Rücklagen bilden
Dem Verein war seit längerer Zeit bekannt, dass er seine finanziellen Ansprüche vermutlich gerichtlich durchsetzen musste. Gleichwohl hatte der Vorstand es versäumt, entsprechende Rücklagen zu bilden. Die Richter berücksichtigten zwar, dass die ZPO grundsätzlich auf die Vermögenslage zum Zeitpunkt der Entscheidung über den Antrag abstellt. In zwei Fallvarianten muss die Partei sich jedoch so behandeln lassen, als ob Vermögen (noch) vorhanden sei. Es kommt dann also nach Ansicht des OLG Frankfurt nicht auf die Vermögenslage zum Zeitpunkt der Entscheidung über den Antrag auf Prozesskostenhilfe an. Diese beiden Fälle sind:

  1. der Verein weiß, dass er einen Rechtsstreit finanzieren muss, gibt gleichwohl jedoch wesentliche Vermögenswerte auf,
  2. der Verein weiß, dass einen Rechtsstreit finanzieren muss, bildet jedoch keine Rücklagen.

Verein erhöhte die Einnahmen nicht
Die Richter warfen dem Verein weiter vor, dass er trotz Kenntnis von dem Finanzierungsbedarf weder die Beiträge erhöhte noch zum Beispiel einen zweckgebundenen Spendenaufruf gestartet hat.

Zahlungsfähigkeit der wirtschaftlich Beteiligten
Voraussetzung für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe ist, dass auch die wirtschaftlich Beteiligten die Prozesskosten nicht aufbringen können. Die OLG-Richter zählen zu diesen wirtschaftlich Beteiligten im Sinne des § 116 ZPO auch die Vereinsmitglieder. Um zu vermeiden, dass vermögende Personen sich eines mittellosen Vereins bedienen, um Rechtspositionen auf Kosten der Allgemeinheit durch Prozesskostenhilfe durchzusetzen, müsse § 116 ZPO weit ausgelegt werden. Daher sei auch derjenige als am Gegenstand des Rechtsstreits wirtschaftlich Beteiligter anzusehen, der ein eigenes Interesse am Streitgegenstand habe und der als sachlich Betroffener durch die antragstellende juristische Person (den Verein) repräsentiert werde.

Das bedeutet für die Praxis
Gegebenenfalls müssen Sie in Ihrem Verein dafür sorgen, dass Einnahmen erhöht oder Rücklagen gebildet werden, wenn Sie damit rechnen, Ansprüche durchsetzen zu müssen.

Dies wird man von einem Verein jedoch dann nicht fordern können, wenn er ohne Vorwarnung in ein gerichtliches Verfahren verwickelt wird. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Ihr Verein unverhofft verklagt wird.

RA Heiko Klages; 2K-verbandsberatung

 

StiftungsReport Entwicklungszusammenarbeit: Wie Stiftungen weltweit wirken

Bundesverband Deutscher Stiftungen (Hg.)
StiftungsReport
Entwicklungszusammenarbeit: Wie Stiftungen weltweit wirken
Berlin 2017 | 136 Seiten
ISBN: 978-3-941368- 87-3
Preis: 0,00 €
Download | Bestellung

Bisher engagieren sich erst 5,7 Prozent der gut 21.000 deutschen rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts für Entwicklungszusammenarbeit. Doch es werden mehr. Der StiftungsReport gibt erstmals einen Überblick über das Engagement der Stiftungen und zeigt Potenziale auf. Dabei wird deutlich, wie wichtig Partnerschaften und Kooperationen sind. Und dass es um weit mehr geht als Fördergelder. Ein Schwerpunkt des StiftungsReports ist zudem das globale Lernen: Was können Stiftungen mit entwicklungspolitischer Inlandsarbeit bewirken und wie engagieren sie sich hier bereits? Des Weiteren: Was sollten Stiftungen in der Entwicklungszusammenarbeit beachten? Wie findet eine Stiftung Partner und Förderer?

Aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zu Stiftungen und Entwicklungszusammenarbeit
Interviews u.a. mit Gerd Müller, Amel Karboul und Ulrich Wickert
Über 80 Porträts von Stiftungen und ihren Projekten
Umfangreicher Serviceteil für Stiftungen und Philanthropen

Der StiftungsReport wendet sich an Fach- und Führungskräfte im gemeinnützigen Sektor, in Politik und Wirtschaft, an künftige Philanthropen, Medienschaffende und Verbände. Im Fokus steht jeweils eine gesellschaftspolitische Herausforderung. Aktuelle Daten und Trends sowie zahlreiche Fallbeispiele zeigen anschaulich, welchen Beitrag Stiftungen zu deren Lösung leisten (können).

Wie sich deutsche Stiftungen in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren, ist bisher kaum bekannt. „Der neue StiftungsReport des Bundesverbandes nähert sich der Thematik erstmals systematisch über Daten, Fakten und 83 Good-Practice-Beispielen, um den Blick zu weiten und die vielfältigen Möglichkeiten von Entwicklungszusammenarbeit aufzuzeigen.“ erläutert Anke Pätsch, Leiterin Internationales beim Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Der StiftungsReport beleuchtet neben dem Auslandsengagement auch Inlandsarbeit und globales Lernen im Sinne der SDGs als wichtige Handlungsfelder, in denen sich deutsche Stiftungen engagieren. Im Fokus steht dabei u.a. die globale Zukunftssicherung, etwa durch Ressourcenschutz und die Förderung von Konzepten gegen den Klimawandel.

„Für nachhaltiges Stiftungshandeln ist der Blick über den geographischen Tellerrand mittlerweile unverzichtbar. Nur wer über Grenzen hinaus denkt und handelt, ist den Herausforderungen unserer Zeit gewappnet. Mit dem neuen StiftungsReport begleitet der Bundesverband seine Mitglieder auf dem Weg hin zu stärkerer internationaler Vernetzung, beantwortet Fragen und zeigt Perspektiven auf“, so Felix Oldenburg, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

Ausschreibung für ZeitzeicheN 2017 startet

Ab sofort startet die Ausschreibung für den Deutschen lokalen Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN. Dabei gibt es einige Veränderungen in den Ausschreibungsbedingungen und im Verfahren.

Im Rahmen des 11. Netzwerk21Kongresses in Göttingen werden am 29. November 2017 die Preisträger_innen in folgenden Kategorien ausgezeichnet:

  • Bildung und Kommunikation für eine nachhaltige Entwicklung
  • Nachhaltige Gemeinde-, Stadt- und Regionalentwicklung
  • Nachhaltig produzieren und konsumieren
  • Klimaschutz und Klimaanpassung
  • Internationale Partnerschaften

Bewerbungen für ALLE KATEGORIEN können eingereicht werden durch:

  •     gemeinnützige, zivilgesellschaftliche Organisationen (Vereine, Stiftungen o.a.)
  •     informelle Initiativen oder Privatpersonen
  •     gewerblich tätige Körperschaften
  •     Kommunen oder Kommunalverbände
  •     öffentliche Bildungs- oder Forschungseinrichtungen
  •     Religionsgemeinschaften
  •     Sonstige Organisationen

Mit einem neuen Wettbewerbsverfahren wollen wir in diesem Jahr lokales Nachhaltigkeitsengagement mehr in die Öffentlichkeit rücken und den Vernetzungsgedanken stärken.

Die von der Jury ausgewählten Wettbewerbsbeiträge werden auf www.netzwerk21kongress.de/zeitzeichen im September publiziert. In einem öffentlichen Votingverfahren werden die Beiträge auf maximal fünf Nominierte pro Kategorie eingegrenzt. Die Nominierten werden mit dem Ende der Abstimmung veröffentlicht. Aus diesen wählt die Jury einen Preisträger pro Kategorie.

Alle Nominierten werden zum Netzwerk21Kongress und zur Preisverleihung eingeladen. Zur Intensivierung des Erfahrungsaustausches und der Vernetzung der Agierenden wird ein moderierter Workshop organisiert. In einem Workshop mit Dr. Stefan Hermann Siemer von der Ambulanz für neue Kommunikation erhalten die Teilnehmenden methodischen Input zum Beispiel zur Entwicklung von Kommunikationsstrategien und -kampagnen, zur Entwicklung von Strategien und der Gewinnung von Stakeholdern. Die Tagungs- und Reisekosten für alle Nominierten des ZeitzeicheN-Preises werden übernommen.

Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.

Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 15. August 2017.

Weitere Details zu den Ausschreibungsbedingungen: www.netzwerk21kongress.de/zeitzeichen

Weitere Hinweise und Ankündigungen:

  • Vom 30. Mai bis zum 5. Juni 2017 finden die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit statt. Alle Arten von Akteuren/Akteursgruppen können ihre Aktionen auf www.tatenfuermorgen.de eintragen. Bedingung: Die Aktion muss während der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit stattfinden und einen Bezug zu Nachhaltigkeit haben.

Engage The Future – Endemol Shine Beyond macht sich für NGOs stark

Es gibt einen neuen Social Media Award uder Initiative „Engage The Future“, der sich an Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aller Größe und Art richtet, die globale Armut und soziale Ungleichheit bekämpfen. Bewerbungsschluss ist der 31. März 2017.

Endemol Shine Beyond, die  Bill & Melinda Gates FoundationStiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V. und Webvideopreis Deutschland  – Europas größter Social Media Award – unterstützen ab sofort NGOs, die sich gegen globale Armut einsetzen. In dem Wettbewerb „Engage The Future“ erhält u.a. eine Sieger-NGO die gesamte Produktion, Realisation und Verbreitung ihrer Kampagnenidee gegen globale Armut auf allen Social Media Kanälen (u.a. Video-Produktion für Youtube mit Endemol Shine Beyond), um viele Menschen auf kreative und wirkungsvolle Weise für das wichtige Thema globale Armut zu sensibilisieren und motivieren, selbst aktiv zu werden. Denn viele NGOs haben häufig nicht die Mittel, um ihre Zielgruppen (online) zu erreichen.

  • NGOs, die sich gegen globale Armut und Ungleichheit einsetzen, können sich ab sofort für „Engage The Future“ Wettbewerb auf www.engage-the-future.de bewerben.
  • Der Sieger des Wettbewerbs wird beim Webvideopreis Deutschland am 01. Juni 2017 in Düsseldorf Live on Stage präsentiert.

Gute Ideen verdienen ein großes Publikum, vor allem, wenn es sich um bedeutende Themen wie globale Armut und soziale Ungleichheit handelt. Es gibt viele NGOs*, die mit innovativen Ideen und Konzepten, viel Herzblut und Engagement im Einsatz sind, mit ihren Mitteln jedoch nur wenige Menschen erreichen und bewegen können. Endemol Shine Beyond will dies mit der Initiative „Engage The Future“ ändern. Gemeinsam mit der Bill & Melinda Gates Foundation, der Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V. und dem Webvideopreis Deutschland möchte Endemol NGOs dabei unterstützen, ihre Ideen für die Bekämpfung globaler Armut und sozialer Ungleichheit zu vermitteln, Aufmerksamkeit zu schaffen und junge Zielgruppen zu erreichen. Im Fokus stehen dabei Social Media Plattformen, die Orte und Formate, in denen Jugendliche miteinander kommunizieren, Informationen und Unterhaltung suchen. NGOs können sich für den Wettbewerb „Engage The Future“ ab sofort online bewerben. Anmeldeschluss ist der 31. März.  Der Gewinner – die beste NGO Kampagnenidee gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit – wird am 01. Juni im Rahmen des Webvideopreis,  Europas größtem Social Media Award, im ISS DOME in Düsseldorf live auf der Bühne – und live im Netz – präsentiert.

Die Sieger-NGO erhält von Endemol Shine Beyond die Realisation, komplette Produktion und Distribution ihrer Kampagne für alle relevanten Social Media Plattformen. Michael Kollatschny, CEO von Endemol Shine Beyond, erklärt: „Wir möchten unsere Kompetenz und Know-how für den guten Zweck einsetzen und Projekte unterstützen, die etwas bewegen. Das Ziel von Endemol Shine Beyond ist es, dass sich so viele junge Leute wie möglich mit globalen Themen wie Armut und Ungleichheit auseinandersetzen und selbst aktiv werden.“

Auftakt des „Engage The Future“ Wettbewerbs ist ein kostenloser, eintägiger Workshop am 27. April 2017 im YouTube Space Berlin. Hier geben Social Media und Online Marketing Experten von YouTube und Endemol Shine Beyond Hilfestellung und wertvolle Tipps zu Themen wie Zielgruppenansprache, Kampagnenstrategien und -Konzeption für die verschiedenen Social Media Plattformen. Anschließend können die NGOs in einer vierwöchigen Mentoring-Phase ihre eigene Kampagnenidee und Social Media Strategie in enger Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Mentor von Endemol Shine Beyond entwickeln.

Danach kommt die Kür: in einem Pitch präsentieren die NGOs ihre Kampagnenidee am 01. Juni der prominenten Jury aus Medienvertretern und YouTube Persönlichkeiten. In der Jury befinden sich TV-Moderator Jan Köppen, TV-Moderator und Vorstand der Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V. Wolfram Kons, YouTube Creator Diana zur Löwen, die CEOS der European Webvideo Academy Markus Hündgen und Dr. Dimitrios ArgirakosMichael Kollatschny, CEO von Endemol Shine Beyond und Jan Winter, Präsident der Academy des Webvideopreis Deutschland. Live on Stage geben die Juroren Diana Zur Löwen und Wolfram Kons den Sieger des „Engage The Future“ Wettbewerbs während der Verleihung des Webvideopreis am 01. Juni in Düsseldorf bekannt. Nähere Informationen finden Sie online unter: www.engage-the-future.de. 

Broschüre „Fördertöpfe für Vereine“ vom Netzwerk Selbsthilfe neu erschienen

Die Broschüre „Fördertöpfe für Vereine“ vom Netzwerk Selbsthilfe ist neu erschienen. Die 13. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage der Broschüre kann ab sofort per Online-Formular bestellt werden. http://bestellen.netzwerk-selbsthilfe.de

Die Fördertöpfe für Vereine, selbstorganisierte Projekte und politische Initiativen sind ein praxisorientiertes Nachschlagewerk für alle Gruppen und Initiativen, die nach alternativen Finanzierungswegen zur Verwirklichung ihrer Projektideen suchen. Die Broschüre porträtiert mehr als 410 regionale, bundesweite und internationale Stiftungen und Förderquellen und bietet umfangreiche Tipps zu Fördermöglichkeiten in den Bereichen Bildung, Jugend, Arbeit, Umwelt­, Soziales, Migration, Antifaschismus, Inklusion, Wohnen, Kultur, Frauen, Queer Leben und Entwicklungspolitik. Die sorgfältig recherchierten Hinweise auf unterschiedliche Fördermöglichkeiten, das umfassende Schlagwortregister sowie praktische Tipps und Tricks zur Antragstellung, machen die Broschüre zu einem kompetenten Wegweiser durch den Förderdschungel.

Neu in der Broschüre: Stiftungen mit Sitz im Ausland

Herausgegeben von Netzwerk Selbsthilfe e.V., 13. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage 2017, 248 Seiten, 22 Euro plus Porto + Verpackung. (Der Rechnungsbetrag enthält keine USt. nach §19 UStG.)

Zu bestellen per Rechnung unter: http://bestellen.netzwerk-selbsthilfe.de/node/37

Ergänzend dazu gibt es die Broschüre „Schwein gehabt – Förderpreise für zivilgesellschaftliche Aktivitäten“ in der 1. Auflage.

VENRO Fortbildungen und Webinare

VENRO macht auf kommende Fortbildungen und Webinare aufmerksam. Von den Auswirkungen des Brexit auf deutsche NRO bis hin zu wirkungsorientierten Monitoring- und Evaluationssystemen hat der Verband ein umfangreiches Informations- und Qualifizierungsangebot zusammengestellt.

VENRO lädt alle NRO in der Entwicklungszusammenarbeit und in der Humanitären Hilfe zur kostenfreien Teilnahme an den folgenden Veranstaltungen ein:

20. Januar 2017, Webinar: „Ethische Grundlagen im Fundraising von NRO“
für Referent_innen in Fundraising- und Spendenabteilungen; Registrierung

30. Januar 2017, Webinar: „Strategische Planung entwicklungspolitischer Auslandsprojekte in fragilen Kontexten“
für Projektleiter_innen und Referent_innen entwicklungspolitischer Auslandsprojekte in fragilen (Krisen-)Kontexten; Registrierung (nur noch Warteliste möglich)

13. Februar 2017, Webinar: „Einführung ins Wissensmanagement für NRO“ für Projektleiter_innen und Referent_innen; Registrierung

16.-17. Februar 2017, Bonn, Fortbildung: „Wirkungsorientierte partizipative M&E Systeme“
für Projekteferent_innen mit Schwerpunkt Monitoring und Evaluation; Registrierung (nur noch Warteliste möglich), Programm

24. Februar 2017, Berlin, Fortbildung: „Transparenz und Rechenschaft: Was gehört in einen guten Jahresbericht?“ in Kooperation mit dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen
für Mitarbeitende der Öffentlichkeitsarbeit und der Verwaltung; Registrierung, Programm

15. März 2017, Webinar: „Brexit – Consequences and Opportunities for German NGOs in Development Cooperation“ (auf Englisch)
für Mitarbeitende im Bereich Ko-Finanzierung; Registrierung

6.-7. April 2017, Fortbildung: „Wirkungsorientierte partizipative M&E Systeme“
für Projekteferent_innen mit Schwerpunkt Monitoring und Evaluation; Registrierung (nur noch Warteliste möglich), Programm

4.-5. Mai 2017, Hannover, Fortbildung: „Einführung in den Do-No-Harm Ansatz“
für Projektleiter_innen und Referent_innen, die sich für eine konfliktsensible Gestaltung ihrer Projekte interessieren; Registrierung (Programm folgt)

Save the Date:

17.-18. Mai 2017, Köln, Fortbildung: „Einführung in den menschenrechtsbasierten Ansatz: Theorie und Praxis“ in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte
für Projektleiter_innen und Referent_innen, die sich für die Umsetzung und das Monitoring von Menschenrechten in der entwicklungspolitischen Auslandsarbeit interessieren; Anmeldungen sind in Kürze möglich

26.-30. Juni 2016, Bonn, Training of Trainers: „People First Impact Method“ (auf Englisch)
für Projekteferent_innen mit Schwerpunkt Monitoring und Evaluation; Anmeldungen sind in Kürze möglich

Aktuelle Informationen zum Fortbildungsangebot finden Sie auch auf der Service-Webseite von VENRO.

Kontakt

Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO)
Stresemannstraße 72
10963 Berlin
Tel.: 030 26 39 299 10
Fax: 030 26 39 299 99
E-Mail: sekretariat@venro.org
Internet: www.venro.org

Hamburger NUE-Fördermöglichkeit im Kontext des G20-Prozesses 2017

Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung:

Deutschland übernimmt vom 1. Dezember 2016 bis zum 30. November 2017 die Präsidentschaft der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20). Zur Präsidentschaft gehört auch die Ausrichtung eines Treffens der Staats- und Regierungschefs (G20-Gipfel). Dieser Gipfel wird am 7. und 8. Juli 2017 in Hamburg auf dem Messegelände stattfinden. Im Vorfeld des Gipfels finden zahlreiche Fachministertreffen statt, die einzelne Themen der G20 vertieft beraten. Daneben sieht die Bundesregierung mehrere Gesprächsformate mit der Zivilgesellschaft vor, bei denen die deutschen Organisationen gemeinsam mit internationalen Partnern Empfehlungen für die Präsidentschaft erarbeiten.

Der Hamburger Senat möchte die mit der Ausrichtung des G20-Gipfels in Hamburg verbundene Chance nutzen, die Themen der G20 auch in Hamburg breit zu diskutieren. Er möchte daher die entwicklungs- und umweltpolitischen Gruppen und Vereine in Hamburg dabei unterstützen, sich in den öffentlichen Diskurs zur G20 und ihren Themen einzubringen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, die mit dem G20-Gipfel verbundene erhöhte Aufmerksamkeit zu nutzen, um ihre inhaltlichen Positionen zu diesen   Themen zu artikulieren und die Öffentlichkeit zu erreichen.

Zu diesem Zweck stellt der Senat der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) ein Budget in Höhe von 200.000 Euro zur Unterstützung der zivilgesellschaftlichen Begleitung der Gipfelprozesse zur Verfügung. Die NUE vergibt diese Fördermittel neben ihrer üblichen umwelt- und entwicklungspolitischen Fördertätigkeit für zusätzliche gemeinnützige Aktivitäten mit Bezug zum G20-Prozess.

Förderfähig sind Vorhaben, die zur Stärkung der fachlichen Arbeit, zur Einbringung der nichtstaatlichen Strukturen in den öffentlichen Diskurs und zur Begleitung des G20-Gipfels beitragen. Die Förderung umfasst z.B. Informations- und Bildungsangebote sowie öffentlichkeits- und medienwirksame Projekte. Darunter fallen auch Vorhaben mit Bezug zum Civil20 (C 20). Fachliche Eingrenzungen bestehen nicht.

Die Förderung der NUE erfolgt auf Grundlage der NUE-Satzung sowie der Förderrichtlinie für Hamburg.  Die einzelnen Förderentscheidungen und die Festlegung der Förderhöhe trifft der Vergaberat Hamburg.

Antragsberechtigt sind in der Regel als gemeinnützig anerkannte Organisationen. In Einzelfällen können gemeinnützige Vorhaben von nicht eingetragenen oder nicht gemeinnützig anerkannten Initiativen berücksichtigt werden. Die Fördermittel werden mit regionalem Bezug zum Land Hamburg eingesetzt.

Der regionale Bezug ist gegeben, wenn die Projekte von Hamburg aus initiiert, begleitet oder betreut  werden. In der Regel haben die Projektträger ihren Sitz in Hamburg. Bei Projektträgern, die ihren Sitz nicht in Hamburg haben, ist die Mitwirkung und Beteiligung von Hamburger Akteuren fördererheblich.

Der Projektzeitraum kann die Zeit vor, während oder nach dem Gipfel umfassen; eine Förderung über das Ende der deutschen G20-Präsidentschaft am 30. November 2017 hinaus ist ausgeschlossen. Anträge werden auf dem üblichen Weg bei der NUE eingereicht, die Stiftung bemüht sich um zeitnahe Entscheidungen.

Die NUE freut sich auf kreative, sichtbare und wirksame Beiträge zu einer lebendigen und vielseitigen Auseinandersetzung mit dem G20-Prozess in Hamburg und den Kontakt mit Ihnen.

Anschrift NUE:
Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung
Mühle Westeraccum, 26553 Dornum

Kontakt: Hannah Lein, 04933-9911-17, lein@projektfoerderung.de

Neue Förderlinie „weltwärts – Außerschulische Begegnungsprojekte im Kontext der Agenda 2030“

Außerschulischer Jugendgruppenaustausch wird finanziell gefördert
Die neue Förderlinie „weltwärts – Außerschulische Begegnungsprojekte im Kontext der Agenda 2030“ unterstützt seit 1. Juli 2016 Begegnungen und gemeinsame Projekte von Jugendgruppen aus Ländern des Globalen Südens und Jugendgruppen aus Deutschland, die sich inhaltlich mit einem der Nachhaltigkeitsziele beschäftigen. In der Pilotphase bis 2019 liegt der Fokus auf dem Austausch mit afrikanischen Ländern.

Die neue Förderlinie „weltwärts – Außerschulische Begegnungsprojekte im Kontext der Agenda 2030″ wurde durch die Deutsch-Afrikanische Jugendinitiative angestoßen und begründet ein Format, das sich vom „weltwärts“-Freiwilligendienst deutlich unterscheidet. Eine Hin und eine Rückbegegnung, die jeweils zwei bis vier Wochen dauern, sind in Phasen der Vor- und Nachbereitung eingebettet. Insgesamt beträgt die Laufzeit der Projekte bis zu zwei Jahren. Während dieser Zeit wird  auf virtuellem Weg und in der persönlichen Begegnung am gemeinsamen Thema oder Projekt gearbeitet.

Teilnehmen können außerschulische Gruppen junger Menschen zwischen 16 und 30 Jahren, – von der Sportmannschaft bis zur Hochschulgemeinde, vom Mädchenhaus über Umweltgruppe bis zur Jugendfeuerwehr.

Darüber hinaus können Projekte gefördert werden, die auf die Stärkung von Akteuren und Strukturen der internationalen Jugendarbeit zielen sowie innovative Modellprojekte.

Insbesondere sollen die Projekte einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 und der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele leisten und sich inhaltlich mit einem der Themen der Agenda 2030 wie beispielsweise Gesundheit, Klimaschutz oder Geschlechtergerechtigkeit auseinandersetzen. An diesem Leitthema orientiert sich die pädagogische Ausgestaltung des Projektes.

Alle Projekte werden von den Partnern im Norden und Süden gemeinsam geplant und umgesetzt. Anträge werden deshalb in einer so genannten Antragspartnerschaft zwischen einem deutschen und einem oder mehreren Projektpartnern des Globalen Südens gestellt. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert bis zu 75 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben eines Projektes. Anträge können ab sofort gestellt werden.

Weitere Informationen zu Antragsstellung: www.engagement-global.de/ww-begegnung

Kontakt und individuelle Beratung:

Pawel Prokop, pawel.prokop @ engagement-global.de, Telefon 0228 20717-546

Ute Harres, ute.harres @ engagement-global.de, Telefon 0228 20717-544

ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH
Service für Entwicklungsinitiativen

Fördermittel für Projekte zu Flucht und Migration | Liste der Stiftung :do

Zum Glück werden es momentan immer mehr: Die Stiftung :do http://www.stiftung-do.org/andere-stiftungen-und-fonds/ sammelt und listet Fonds, Stiftungen und andere Quellen, bei denen Fördermittel für Projekte im Bereich Flucht und Migration beantragt werden können. Mehr als 40 Stellen haben sie bereits zusammen gestellt – und nehmen gerne Hinweise auf weitere Geldgeber*innen auf!

EZ-Kleinprojektefonds der Schmitz-Stiftungen für Projekte im Ausland

Neue Finanzierungsmöglichkeit für Entwicklungsprojekte im Globalen Süden

Für die Entwicklungsprojekte der Südpartner von gemeinnützigen Nichtregie-rungsorganisationen (NROs) aus den westdeutschen Bundesländern gibt es eine neue Finanzierungsmöglichkeit: Den EZ-Kleinprojektefonds.
Der EZ-Kleinprojektefonds fördert Projekte der Entwicklungszusammenarbeit, die einen unmittelbaren Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen be-nachteiligter Menschen in Entwicklungsländern leisten.

Im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe sollen die Fähigkeiten der Partnerorganisati-onen für eine partizipative und eigenständige Projektarbeit gestärkt werden.
Insbesondere für ehrenamtlich getragene NROs bietet der neue EZ-Kleinpro-jektefonds regelmäßige Qualifizierungsseminare mit praktischen Hinweisen und Übungen zu Projekteinschätzung, Antragstellung, Bericht und Abrechnung an.

Der EZ-Kleinprojektefonds wendet sich ausdrücklich auch an migrantisch-diaspo-rische NROs, die mit ihren besonderen vor Ort Kenntnissen wichtige Impulse für eine sinnvolle und wirksame Projektförderung setzen können.
Antragsteller sind grundsätzlich westdeutsche, gemeinnützige NROs. Die maxi-male Fördersumme pro Entwicklungsprojekt beträgt 20.000 EUR. Bis zu 75% der Gesamtprojektsumme können bezuschusst werden. Eine Eigenleistung der An-tragsteller in Höhe von 25% muss in Deutschland aufgebracht werden. Eine Pro-jektlaufzeit von bis zu einem Jahr ist möglich.

Der EZ-Kleinprojektefonds der Schmitz-Stiftungen erhält maßgebliche Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das BMZ setzt hiermit einen besonderen Akzent der verstärkten Zusam-menarbeit mit der deutschen Zivilgesellschaft.

Detaillierte Informationen erhalten interessierte westdeutsche NROs bei den Schmitz-Stiftungen unter www.schmitz-stiftungen.org. Ostdeutsche NROs wen-den sich bitte an die Stiftung Nord-Süd-Brücken, die vergleichbare Fördermög-lichkeiten bietet (www.nord-sued-bruecken.de).
Schmitz-Stiftungen

Datenbank: Fördermittel für Flüchtlings- und Integrationsprojekte

Eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Institutionen stellt Gelder zur Unterstützung von Flüchtlings- und Integrationsprojekten zur Verfügung. Akquisos stellt einige Geldgeber und Programme auf EU-, Bundes- Landes- und kommunaler Ebene sowie Online-Plattformen für Geld-, Sach- und Zeitspenden vor. Die Übersicht finden Sie unter: www.bpb.de/partner/akquisos/222387/foerdermittel

Sie enthält Informationen und Links zu:

Europäische Fördermittel
Bundesmittel
Landesmittel
Stiftungen
Finanzinstitute
Lotterien
Online-Spendenplattform
Vermittlungsportale
Unternehmen /Arbeitgeberverbände

Quelle: Akquisos, Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Anträge bei bengo ab sofort über das Antragsportal der Engagement Global

Die Antragstellung für bengo erfolgt ab sofort nur noch über das Antragsportal. Das Portal ist die neue zentrale Plattform für Ihre Kommunikation mit Engagement Global. Hier können Sie demnächst sämtliche Vorgänge im Zusammenhang mit Ihrer Projektförderung bearbeiten und verwalten.

Über www.antragsportal.de gelangen Sie auf die Startseite des Portals. Drei Schritte sind notwendig, wenn Sie erstmalig einen Antrag über das Portal einreichen:

  • Durch Anlegen eines Benutzerkontos erhalten Sie Ihren Zugang zum Antragsportal.
  • Um als Organisation eine Antragsberechtigung zu erhalten, durchlaufen Sie die Trägerprüfung.
  • Danach können Sie die für die Antragstellung notwendigen Projektdaten eingeben.

Für technische Fragen steht Ihnen der Zentrale Programmservice (ZPS) zur Verfügung: antragsportal@engagement-global.de oder Tel.: 0228 20 717-218.
Inhaltliche Fragen richten Sie bitte an bengo: bengo@engagement-global.de, Tel.: 0228 20 717-277.

Wo kommt das Geld her? Seminar am 21./22. Mai 2016 in Hannover, Stiftung Mitarbeit

Wahrscheinlich haben Sie sich in Ihrer Arbeit auch schon einmal gefragt,
wie die Finanzierung sichergestellt werden kann, um Ihre Ideen und Vorhaben umzusetzen.

Beim Seminar »Wo kommt das Geld her? Von Spenden, Sponsoring, Stiftungen und Förderprogrommen« erhalten Sie hierzu vielseitige Informationen rund um die Finanzierungsmöglichkeiten insbesondere für kleine, junge und lokale Organisationen, Projekten und Initiativen.

Freiwillig Engagierte und hauptamtlich Tätige in Vereinen, Initiativen und Projekten, die als Neueinsteiger/innen Fundraising betreiben, finden hier ein an ihren Interessen ausgerichtetes Programm.

Vertiefende Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie im Seminarprogramm im Anhang oder unter: 
http://www.mitarbeit.de/wo_kommt_das_geld_her_2016.html

Stiftung Mitarbeit
Ellerstr. 67
D-53119 Bonn

Telefon (02 28) 6 04 24-0
Telefax (02 28) 6 04 24-22

bohm@mitarbeit.de
www.mitarbeit.de
www.buergergesellschaft.de

 

Wann kann ein Verein ein erweitertes Führungszeugnis von einem Mitarbeiter verlangen?

In vielen Vereinen wird mit der Forderung nach erweiterten Führungszeugnisses für diejenigen Personen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, zurzeit umgesetzt. Das LAG Hamm hat aber entschieden, dass ein Verein wegen der Persönlichkeitsrechte des betroffenen Mitarbeiters nicht in jedem Fall die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses verlangen kann, LAG Hamm, Urteil vom 25.04.2014 – 10 Sa 1718/13.

Was war das Problem?
Seit 2012 sieht der Gesetzgeber vor, dass wegen bestimmter Delikte vorbestrafte Mitarbeiter und Helfer in Jugendeinrichtungen nicht eingesetzt werden dürfen. Der Verein soll hierzu ein sogenanntes erweitertes Führungszeugnis verlangen dürfen. Das betrifft ausdrücklich auch ehrenamtlich Aktive.

Maßgeblich ist insoweit § 30 a Bundeszentralregistergesetz (BZRG). Ein Arbeitgeber hatte nun von einem Mitarbeiter die Vorlage eines solchen erweiterten Führungszeugnisses verlangt. Der Mitarbeiter hatte zwar aktuell keinen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, der Arbeitgeber wollte sich aber absichern, weil es generell vorstellbar war, dass der Mitarbeiter im Rahmen seines Arbeitsverhältnisses Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben würde. Der Mitarbeiter sah hier eine Vorverurteilung und weigerte sich, das erweiterte Führungszeugnis vorzulegen. In der Folge kam es zu Abmahnungen, gegen die er sich gerichtlich wehrte.

Kernaussagen der Entscheidung
Die Richter am Landesarbeitsgericht Hamm hatten Verständnis für den Mitarbeiter. Sie stellten so zunächst fest, dass durchaus die Verpflichtung eines Arbeitnehmers bestehen könne, ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen. Allerdings sind dabei die Informationsinteressen des Arbeitgebers und die Schutzinteressen des Arbeitnehmers bezogen auf seine persönlichen Daten gegeneinander abzuwägen.

Die Richter orientierten sich bei der Abwägung insbesondere an § 30a BZRG. Sie urteilten, dass immer dann, wenn die Voraussetzungen des § 30a Abs. 1 Ziffer 1 oder Ziffer 2 BZRG (siehe oben) erfüllt sind, regelmäßig ein Anspruch des Arbeitgebers auf Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses besteht. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, so wird der Arbeitgeber nach Auffassung der Richter am LAG Hamm in der Regel die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses nicht verlangen können.

Besonders beschäftigten sie sich mit den Voraussetzungen des § 30a Abs. 1 Ziffer 2 c. BZRG. Diese Voraussetzung soll nur dann erfüllt sein, wenn der Arbeitnehmer nicht nur Kontakt zu Minderjährigen hat. Darüber hinaus muss dieser Kontakt auch zu einer besonderen Gefahrensituation werden können. (Das wird man z. B. dann annehmen können, wenn der Betreuer die Minderjährigen bei Jugendreisen begleitet, bei denen es zu Übernachtungen kommt.). Bei der Prognose, ob es zu solchen Gefahrensituationen kommen kann, steht dem Arbeitgeber ein Beurteilungsspielraum zu. Diese ist von den Gerichten nur eingeschränkt überprüfbar.

Dagegen erlaubt die bloße Möglichkeit, dass ein Arbeitnehmer zukünftig mit Minderjährigen im Rahmen des Arbeitsverhältnisses in Kontakt treten könnte, noch nicht die Forderung nach der Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses. Aus diesem Grund wurde dem Arbeitnehmer in dem entschiedenen Fall Recht gegeben.

Das bedeutet für die Praxis
Träger der öffentlichen Jugendhilfe müssen durch Vereinbarung mit Trägern der freien Jugendhilfe (das sind die Vereine) sicherstellen, dass diese für die Aufgaben in der Kinder- und Jugendhilfe keine Personen einsetzen, die rechtskräftig wegen bestimmter Sexualstraftaten gegen Kinder und Jugendliche verurteilt wurden. Das führt u. a. dazu, dass Landessportbünde die Jugendarbeit von Sportvereinen nur noch unterstützen werden, wenn diese bestimmte Maßnahmen umsetzen. Dazu gehört auch die Vorlage von erweiterten Führungszeugnissen, wenn dies geboten ist.

In der Praxis ist dies mitunter schwierig durchzusetzen, insbesondere dann, wenn die Kinder- und Jugendarbeit von ehrenamtlich engagierten Personen maßgeblich gestaltet wird. Schnell ist dann von einer Vorverurteilung die Rede. Unabhängig davon, ob es sich im konkreten Fall um eine hauptamtlich oder ehrenamtlich eingesetzte Person handelt, dürften die Kriterien des LAG Hamm eine Chance bieten, dieses zwar wichtige, aber auch unangenehme Thema sachgerecht zu bewerten. Prüfen Sie anhand der oben dargestellten Überlegungen der LAG-Richter, in welchen konkreten Einzelfällen Sie die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses verlangen können und sollten.

RA Heiko Klages, 2K-verbandsberatung