Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung ehrenamtlicher Vereinsvorstände

Das BBE beschäftigte sich 2011-2014 mit den zunehmenden Schwierigkeiten der Vereine bei der Besetzung ehrenamtlicher Vereinsvorstände im Rahmen eines von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projektes. Die Abschlusspublikation befasst sich mit den aktuellen Herausforderungen bei der Ausgestaltung ehrenamtlicher Vorstandsämter und Ansätzen zur Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung von Vereinsvorständen. Ein Serviceteil enthält zahlreiche weiterführende Informationen und Materialien. Download: http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/PDF/publikationen/Vereinsvorstaende_BBE_2014.pdf

Inhalt

I Einleitung
Katrin Gewecke/Ansgar Klein
Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung ehrenamtlicher Vereinsvorstände –
ein Thema für Information, Erfahrungsaustausch und Vernetzung im BBE
II Vereine und ihre ehrenamtlichen Vorstände
Thomas Röbke
Der Verein als Form zivilgesellschaftlicher Selbstorganisation
Annette Zimmer
Auslaufmodell Verein? Vom Veralten eines gesellschaftlichen Strukturmoments
III Vereinsvorstand gesucht – Vereine in der Leitungskrise
Eckhard Priller/Mareike Alscher/Patrick Droß/Claudia Schmeißer
Vereine unter Veränderungsdruck
Holger Krimmer
Stehen Vereine vor einer Führungskrise?
Mareike Alscher
Junge Menschen – zukünftige Funktionsträger in zivilgesellschaftlichen Organisationen
I V Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung ehrenamtlicher Vereinsvorstände
Peggy Niering
Vorstand. Nachwuchsgewinnung. Vereinskultur. Möglichkeiten und Strategien
Katja Stamer
Warum US-amerikanische ehrenamtliche Vereinsvorstände leichter zu finden sind!
Dieter Schöffmann
Vorstände gemeinnütziger Vereine – Herausforderungen der Vorstandsentwicklung
Cornelia Hürzeler
vitamin B – fit für den Verein
V Zielgruppenspezifische Vorstandsarbeit
Matthias Köpke
Junges Engagement in Vereinsvorständen: Zivilgesellschaft ermöglichen wollen
und können auch Jugendliche
Monika Michael
Frauen in ehrenamtlichen Vereinsvorständen – Nicht nur eine Frage des Wollens –
Beobachtungen und Forderungen der LandFrauen
Michael Lindner
„Vor-stand statt Ruhe-stand“ – Gewinnung ehemaliger Führungskräfte für die Vorstandsarbeit in Vereinen oder Verbänden
Berit Sandberg
Stiftungsmanagement als Selbstmanagement – Ein Plädoyer für eine Bewusstseinserweiterung .
VI Erfahrungen aus Praxis- und Modellprojekten
Viola Breuer/Ferdinand Mirbach
Engagement braucht Leadership – eine Idee im Praxistest
Stephan Würz
Hessisches Modellprojekt „Ehrenamt sicher in die Zukunft – Ehrenamtliche
Vereinsvorstände und Führungskräfte im ländlichen Raum gewinnen und halten“
Ute Blessing-Kapelke/Florian Kaiser
„Attraktives Ehrenamt im Sport – Gesucht: Funktionsträger/innen in der 2. Lebenshälfte für Sportvereine“ Ein DOSB-Projekt zur vernetzten Ehrenamtsförderung
VII Interviews
Fragen an Michael Wurm von der AIDS-Hilfe NRW
Fragen an Dr. Christiane Deuse vom Projekt Landliebe Landau
Fragen an Anke Werner von der Kölner Freiwilligen Agentur e. V.
VIII Vereine in der Kommune
Vereine in der Kommune. Chancen und Herausforderungen – Eine Arbeitshilfe für Kommunen und Vereine erarbeitet durch die BBE-Arbeitsgruppe „Perspektiven der lokalen Bürgergesellschaft“
Katrin Gewecke/Tobias Quednau/Jutta Stratmann
Vereine als vitaler Bestandteil der lokalen Bürgergesellschaft
IX Service-Teil
Projekte
Materialien und Hinweise
Praxishilfen und Unterstützungsangebote

Wer sagt, dass Vorstandsarbeit keinen Spaß machen darf?

Die 2014 erschienene Broschüre „Wer sagt, dass Vorstandsarbeit keinen Spaß machen darf? – Beispiele und Anregungen für die Vorstandsarbeit“ kann hier heruntergeladen werden.
Broschüre „Wer sagt, dass Vorstandsarbeit keinen Spaß machen darf?“
Die Broschüre ist eine Veröffentlichung der Freiwilligen-Agentur Bremen.

Valorisierung von unentgeltlichen Leistungen

Durch die so genannte Valorisierung unentgeltlicher Leistungen besteht die Möglichkeit, im Kosten- Finanzierungsplan zu dokumentieren, welche Bedeutung ehrenamtliche Arbeit und / oder kostenlos zur Verfügung gestellte Infrastruktur (z.B. Büro, Tagungsräume, Technikausstattung) haben. Bei der Valorisierung handelt es sich um den Ansatz von Kosten, die tatsächlich entstehen, zu denen es aber keine konkreten Aufwendungen / Zahlungen in Form von Geldflüssen (bar oder unbar) gibt. Die Höhe der angesetzten Mittel sollte angemessen sein. Zweck der Valorisierung ist die Erhöhung des Eigenanteils der NRO in Anträgen. Jede Valorisierung muss gleichwertig sowohl im Kostenplan als auch im Finanzierungsplan enthalten sein und dort jeweils als Valorisierung ausgewiesen werden. Die Valorisierung von Leistungen erhöht also einerseits die Kosten eines Projektes und in gleicher Höhe auch die geplante Finanzierung. Damit erhöht sie also das Gesamtbudget. In vielen Fällen stellt die Valorisierung von Leistungen eine ganz wesentliche Möglichkeit für Gruppen ohne oder mit geringen frei verfügbaren Barmitteln (z.B. aus Spenden) dar, überhaupt einen nennenswerten Eigenanteil für das beantragte Projekt auszuweisen.

Beispiele

  • Freiwillige unentgeltliche Arbeit von Ehrenamtlichen
  • Nutzung von Büroinfrastruktur, die bereits vorhanden ist oder von Anderen kostenlos zur Verfügung gestellt wird
  • Anteilige Miete, sofern sie aus anderen Mitteln finanziert wird und nicht bereits Gegenstand des jeweiligen Antrages ist

Zur Praxis der Valorisierung

Auch valorisierte Leistungen müssen nachweisbar sein, das heißt, es müssen entsprechende Eigenbelege/Unterlagen geschaffen und aufbewahrt werden; hier empfiehlt es sich dringend, z. B. bei jedem Treffen von Ehrenamtlichen gleich entsprechende Belege vorbereitet zur Unterschrift vorzulegen und diese umgehend wieder einzusammeln, da die spätere Rekonstruktion länger zurückliegender Treffen schwierig ist; bei der Valorisierung von Infrastruktur sollten einmal nachvollziehbare Grundlagen ermittelt und dokumentiert werden, die dann als einheitliche
Berechnungsgrundlage dienen.

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Ehrenamt trifft Geld

In einer neuen Broschüre gibt der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart einen Überblick über Formen der Vergütung und Auslagenerstattung im Ehrenamt. Darüber hinaus werden Grenzen der Vergütung zum Thema gemacht und Handlungsempfehlungen gegeben.Die Broschüre bietet einen guten Überblick und kann bei nötigen Unterscheidungen und rechtlichen Fragen wertvolle Informationen liefern. http://www.dicv-rottenburg-stuttgart.caritas.de/3974.html

Wesentlich für das Ehrenamt ist seine Unentgeltlichkeit. Was für Jahrzehnte leicht als „Magna Charta des Ehrenamts“ durchging, gilt inzwischen nicht mehr ohne Weiteres. Scheint doch eine Vergütung von – ursprünglich unentgeltlichem – Engagement zunehmend nicht mehr als Widerspruch zum Ehrenamt zu gelten. Eine auch geringe stundenbezogene Vergütung wird vielmehr als interessanter Baustein betrachtet. Doch sorgt die Gemengelage von Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale, von Geringfügiger Beschäftigung und Honoraren immer wieder für Kritik und Irritationen. Das Profil dessen, was landläufig als „Ehrenamt“ bezeichnet wird, droht unscharf zu werden. Die neu erarbeitete 13-seitige Handreichung des DiCV Rottenburg-Stuttgart präzisiert die Begriffe „Unentgeltlichkeit“ und „Vergütung“ im Kontext von Ehrenamt. Sie klärt über die Formen von Vergütung sowie die rechtlichen Rahmen-bedingungen auf und benennt alternative Formen der Anerkennung. Sie wirft einen kritischen Blick auf die Folgen von Vergütung im Ehrenamt, formuliert Handlungsempfehlungen und benennt deren jeweilige Konsequenzen.

AKTIVOLI-Landesnetzwerk – Gemeinsam Engagement in Hamburg stärken

Das AKTIVOLI-Landesnetzwerk macht sich stark für bürgerschaftliches Engagement in Hamburg. Es hat das Ziel, bürgerschaftliches Engagement aufzuwerten, dafür zu werben und es zu vernetzen.
Wenn Sie sich engagieren wollen oder schon als Ehrenamtlicher aktiv sind, dann bietet Ihnen das AKTIVOLI-Landesnetzwerk Freiwilligenagenturen und viele hilfreiche Informationen.

Online-Engagement auf Augenhöhe | betterplace-GIZ-Studie

Warum engagieren sich Menschen aus Deutschland in Ghana oder Südafrika? Und wie lösen sie die Herausforderungen der interkontinentalen Zusammenarbeit? Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat das betterplace lab die Studie »Online-Engagement auf Augenhöhe. Warum Menschen in Deutschland sich für Ghana oder Südafrika engagieren« erstellt.

Auch wenn die Studie nicht repräsentativ ist und vor allem internetaffine, junge Menschen erreicht hat, so gibt sie doch einen Einblick in die Kooperationslandschaft zwischen Deutschland und Ghana oder Südafrika. Dabei wurden zwei Engagementtypen deutlich: die »Gründer/innen«, die neue Projekte initiieren sowie die »Aufspringer/innen«, die mit bestehenden Organisationen zusammenarbeiten. In der Regel sind vorangegangene Kontakte nach Afrika ein wichtiger Motor für das Engagement in Projekten. Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist für die Beteiligten wichtig: offener und persönlicher Austausch, Respekt im Umgang miteinander und gegenseitige Wertschätzung. Kommunikationsprobleme sowie die Schieflage zwischen den Rollen als Geldgeber/in oder Projektumsetzer/in stellen für die meisten der Befragten wesentliche Herausforderungen dar.

Weitere Informationen: http://de.slideshare.net/betterplacelab/onlineengagement-auf-augenhhe-warum-menschen-in-deutschland-sich-fr-ghana-oder-sdafrika-engagieren

AKTIVOLI-Freiwilligenbörse Hamburg am 1. Februar 2015

AKTIVOLI Börse 2015

Die 16. AKTIVOLI-Freiwilligenbörse findet am 1. Februar 2015 von 11.00 bis 17.00 Uhr in der Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg, statt. Die Aktivoli-Freiwilligenbörse findet jeweils zum Jahresanfang statt. Sie bietet eine einmalige Möglichkeit sich über die Vielfalt des bürgerschaftlichen Engagements in Hamburg zu informieren. Zusätzlich finden an dem Tag Workshops und Informationsveranstaltungen zum bürgerschaftlichen Engagement und kulturellen Highlights statt. Die AKTIVOLI-Freiwilligenbörse hat das Ziel interessierte Menschen und gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Soziales, Kultur oder Umweltschutz zusammen zu bringen. Die Börse findet einmal jährlich statt und ist ein Projekt des AKTIVOLI-Landesnetzwerkes. Hauptveranstalter ist die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Hamburg e.V.

Initiativen zur Besetzung und Qualifizierung ehrenamtlicher Vereinsvorstände

Modellprojekt der Robert Bosch Stiftung

Vereine sind die wichtigste Organisationsform für ehrenamtliches Engagement. Nahezu jeder Zweite in Deutschland ist Mitglied in einem Verein. Die Zahl der Engagierten, die als Funktionsträger tätig sind, verringert sich jedoch stetig. Für viele Vereine ist es zunehmend eine Herausforderung, ehrenamtliche Vorstandsposten nachzubesetzen. Dies liegt oft an einem verstaubten Bild von Vorstandsarbeit, aber manchmal auch an fehlender Offenheit in Vereinen für frischen Wind von außen oder zeitgemäße Strukturen.

Um auf diese Herausforderung zu reagieren führt die Robert Bosch Stiftung seit 2011 in Kooperation mit dem Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern (LBE) das Programm „Engagement braucht Leadership“ durch. In einer ersten Modellphase von 2011 bis 2013 wurden dabei die Freiwilligenagenturen in Bremen, Halle/Saale und Mülheim an der Ruhr gefördert, um Maßnahmen zur Qualifizierung von ehrenamtlichen Vereinsvorständen sowie zur Vermittlung von neuen Vorstandsmitgliedern zu erarbeiten und umzusetzen. Informationen hierzu bietet die Publikation „Stärkung von Vereinen und ihren Vorständen als Zukunftsaufgabe“, die in der rechten Spalte zum Download bereitsteht.

Die Unterstützung von Personen in Vorstandsämtern sowie die Gewinnung, Qualifizierung und Nachbesetzung neuer Vorstände stehen auch in der zweiten Programmphase von „Engagement braucht Leadership“ von 2014 bis 2016 im Mittelpunkt. Um den Ansatz in die Breite zu tragen und noch stärker im politischen Handeln auf Landesebene zu verankern, arbeitet die Stiftung in den kommenden zwei Jahren in drei Bundesländern mit größtenteils zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, die sich für die Teilnahme am Programm in landesweiten Netzwerken organisiert haben.

In Baden-Württemberg sind dies unter der Federführung des Paritätischen Bildungswerkes, der Gemeindetag und das Gemeindenetzwerk, der Städtetag und das Städtenetzwerk, der Landesjugendring und die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen.

In Hessen bearbeitet die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen das Thema in Kooperation mit der LandesEhrenamtsagentur Hessen.

In Nordrhein-Westfalen übernimmt die Paritätische Akademie die Federführung des Netzwerkes, an dem der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband NRW, die AIDS-Hilfe NRW, die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen sowie die Landesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros beteiligt sind.

Die Vorstandsthematik soll dauerhaft in das Aufgabenprofil der Netzwerke auf Landesebene aufgenommen und auch über die Stiftungsförderung hinaus fortgeführt werden. Mehr dazu: http://www.bosch-stiftung.de

Formen und Möglichkeiten der Anerkennung

Anerkennung ist ein stetiges Geschehen, kein einmaliges Ereignis. Durch Anerkennung wird ein Gefühl vermittelt und ausgedrückt, dass jemand wertgeschätzt wird in dem, was er/sie ist und tut. Anerkennung ist nicht etwas, das sich 1 x im Jahr durch ein „Geschenk“ zeigt, sondern eine Haltung gegenüber freiwillig und ehrenamtlich aktiven Menschen. Und das immer wieder. Das Freiwilligen Zentrum Hamburg bietet dazu diese Broschüre an:
101 Möglichkeiten der Anerkennung (753.4 KiB | pdf)

Ehrenamtliche Vorstände gewinnen und binden

Der MuP-Newsletter der Friedrich-Ebert-Stiftung Nr.2/2013 befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Ehrenamtliche Vorstände gewinnen und binden“. Er kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.
1_MuP-Newsletter_2013_2_1(2).pdf

Obwohl heute jede/r zweite Deutsche Mitglied in einem Verein ist, haben diese zunehmend Schwierigkeiten ehrenamtliche Leitungspositionen zu besetzen. Begrenzte Zeitressourcen der Engagierten stehen immer komplexere Vorstandsaufgaben und Erwartungen der Anspruchsgruppen gegenüber. In den Organisationen wird es deshalb zunehmend wichtiger, Vorstandsarbeit an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen, sowie die Voraussetzungen zu schaffen um, Vorstandswechsel nachhaltig zu planen und umzusetzen.

Damit auch Sie Vorstandswechsel in Ihrer Organisation professional gestalten können, beantworten wir Ihnen Fragen rund um die Themen Vorstandsgewinnung, -entwicklung und -bindung. So finden Sie neben einem ExpertInneninterview zahlreiche Praxisbeispiele, Literaturtipps und praktische Anregungen zu diesem Thema.

Gemeinnützigkeitsentbürokratisierungsgesetz (GEG) 2012

Die Bundesregierung will das Ehrenamt weiter stärken und gemeinnützigen Organisationen ein höheres Maß an Rechts- und Planungssicherheit geben. Der am 24.10.2012 vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf des Gesetzes zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts soll die gesetzlichen Rahmenbedingungen, in denen sich ehrenamtliches Engagement entfalten kann, verbessern. Das Gesetzgebungsverfahren wird sich voraussichtlich noch einige Monate hinziehen und kann auch noch Änderungen ergeben. Die Neuerungen greifen frühestens ab dem 01. Januar 2013, einige Regelungen werden auch erst nach Verkündigung des Gesetzes (Anfang/Mitte 2013) in Kraft treten.

Folgende Ziele sollen mit dem Gesetz erreicht werden:

  • Höhere Rechts- und Planungssicherheit für steuerbegünstigte Organisationen
  • Verfahrenserleichterung für die Mittelverwendung
  • Modifizierung und Erweiterung der Möglichkeiten von Rücklagenbildung und Vermögenszuführung
  • Entschärfung der Haftung von Ehrenamtlichen
  • Erhöhung der gesellschaftlichen Anerkennung des Ehrenamts

Die Ziele sollen durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

Im Rahmen der Regelungen zur Abgabenordnung (AO):

1. Rücklagenbildung

  • Erleichterungen für die Zuführung ideeller Mittel in die freie Rücklage

Die Zuführung ideeller Mittel in die freie Rücklage soll insofern erleichtert bzw. flexibilisiert werden, als das das nicht ausgeschöpfte Potential, das in einem Jahr hätte eingestellt werden können, noch in den folgenden zwei Jahren ausgeschöpft werden kann.

  • Schaffung einer so genannten Wiederbeschaffungsrücklage

In die so genannte Wiederbeschaffungsrücklage sollen künftig Mittel in dem Umfang eingestellt werden können, die zum Ersatz eines alten Wirtschaftsgutes durch ein neues oder größeres entsprechendes Wirtschaftsgut notwendig sind. Das heißt, dass zum Beispiel ein alter PKW durch einen neuen und/oder größeren ersetzt werden kann. Für diese notwendige Wiederbeschaffung können vor dem Zeitpunkt der Wiederbeschaffung Rücklagen im Umfang der Abschreibung für Abnutzung (AfA) auf das zu ersetzende Wirtschaftsgut gebildet werden, bzw. auch die AfA übersteigende Beträge, sofern die Körperschaft die Voraussetzungen für eine höhere Zuführung nachweisen kann. Voraussetzung für die Rücklagenbildung ist dabei immer, dass ein konkretes Wiederbeschaffungsvorhaben nachweisbar in Planung ist.

  • Verlängerung der Frist für Vermögenszuführungen aus Erträgen bei neu
    gegründeten Stiftungen

Der Zeitraum des zulässigen Kapitalaufbaus (aus Überschüssen der Vermögensverwaltung und/oder Gewinnen aus wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb) bei Stiftungen in der Gründungsphase soll auf das Jahr der Errichtung zuzüglich drei (statt bislang zwei) Kalenderjahre verlängert werden.

2. Mittelverwendung

Die Frist im Rahmen des Gebots zur zeitnahen Mittelverwendung soll von einem auf zwei Jahre verlängert werden. Das bedeutet, dass ideelle Mittel künftig spätestens bis zum Ende des auf den Zufluss folgenden zweiten Kalender- bzw. Wirtschaftsjahres verwendet sein müssen. Dies schafft gemeinnützigen Organisationen mehr zeitlichen Spielraum für ihre Finanzplanung.


3. Mildtätige Zweckverfolgung

Im Bereich der mildtätigen Wohlfahrtspflege wird ein vereinfachter Nachweis der finanziellen Hilfsbedürftigkeit geförderter Personen gesetzlich verankert: Der Bezug von Sozialleistungen soll künftig vom Nachweis individueller Hilfsbedürftigkeit entbinden.

4. Gesonderte Feststellung der Einhaltung der satzungsmäßigen Voraussetzungen,
bindende Bestätigung der formellen Gemeinnützigkeit

Die Prüfung der formellen Gemeinnützigkeit, also der Einhaltung aller gemeinnützigkeitsrechtlichen Vorschriften in der Satzung der Organisation, soll erstmals in einem eigenen Verfahren erfolgen. Die gesonderte Feststellung erfolgt im Rahmen der Veranlagung zur Körperschaftsteuer oder auch früher auf Antrag der Organisation. Die gesonderte Feststellung auf Antrag der Organisation ersetzt die so genannte „Vorläufige Bescheinigung der Gemeinnützigkeit“ für neu gegründete gemeinnützige Organisationen. Die neue Regelung in Form eines verbindlichen Verwaltungsaktes gibt solchen Körperschaften, denen die gesonderte Feststellung (und damit die Gemeinnützigkeit) verweigert wird, erstmals die Möglichkeit des Einspruchs und damit einer frühzeitigen rechtsverbindlichen Klärung. Die tatsächliche Geschäftsführung muss nach wie vor jeder Zeit den gemeinnützigkeits-rechtlichen Anforderungen genügen, was unverändert im Rahmen der Veranlagung (also in der Regel alle drei Jahre) geprüft wird.

Im Rahmen der Regelungen zum Ertragsteuerrecht:

1. Erhöhung der Freibeträge nach § 3 Nr. 26 („Übungsleiterpauschale“) und § 3Nr. 26a („Ehrenamtspauschale“)

Die „Übungsleiterpauschale“ soll von € 2.100 auf € 2.400 jährlich erhöht werden. Die „Ehrenamtspauschale“ soll von € 500 auf € 720 jährlich erhöht werden. Das bedeutet, dass künftig Einnahmen im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements bis zu einem Betrag von € 2.400 bzw. € 720 jährlich steuer- und sozialabgabenfrei bleiben. Die Anwendungsbereiche der beiden Pauschalen bleiben unverändert.

2. Zuwendungen in den Vermögensstock

Zuwendungen in den Vermögensstock einer gemeinnützigen Stiftung sollen bei zusammen veranlagten Eheleuten künftig bis zu einem Betrag in Höhe von € 2 Mio. (alle 10 Jahre) im Wege des erhöhten Sonderausgabenabzugs begünstigt werden. Bisher konnten Eheleute nur jeweils € 1 Mio. geltend machen. Es ist fortan also nicht mehr erforderlich, nachzuweisen, um wessen Geld es sich handelt.

3. Verbrauchsstiftungen

Der erhöhte Sonderausgabenabzug für Zuwendungen an Verbrauchsstiftungen ist zukünftig nicht mehr möglich. Spenden in das „verbrauchbare Vermögen“ einer Stiftung sollen nicht mehr abzugsfähig sein. Klassische Verbrauchsstiftungen sind damit zukünftig vom erhöhten Sonderausgabenabzug ausgeschlossen.

4. Erhöhung der gesetzlichen Zweckbetriebsgrenze bei sportlichen Veranstaltungen

Gewinne aus sportlichen Veranstaltungen sollen künftig steuerfrei bleiben, sofern die Einnahmen inklusive Umsatzsteuer die Grenze von € 45.000 jährlich nicht überschreitet. Damit wird die Zweckbetriebsgrenze für sportliche Veranstaltungen um € 10.000 angehoben.

Die bisherige Freigrenze in Höhe von € 35.000 für steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe bleibt unverändert erhalten.

5. Zuwendungsbestätigungen

  • Verschärfung der zeitliche Bedingungen

Zuwendungsbestätigungen werden formal an die Bestätigung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt gekoppelt. Voraussetzung für die Ausstellung von Zuwendungsbestätigungen ist fortan, dass das Datum des Körperschaftsteuer- bzw. Freistellungsbescheides nicht länger als drei (bislang 5) Jahre zurückliegt bzw. (alternativ) die gesonderte Feststellung nach dem neuen Verfahren vor nicht mehr als zwei Jahren erfolgt ist.

  • Umsatzsteuer als Teil der Sachzuwendung aus Betriebsvermögen

Bei Sachzuwendungen aus dem Betriebsvermögen wird die auf die Entnahme entfallende regelmäßige Umsatzsteuer als zum auszuweisenden Zuwendungsbetrag zugehörig eingestuft.

  • Entschärfung der Haftung von Ehrenamtlichen

Im Bürgerlichen Gesetzbuch soll eine Regelung eingeführt werden, die die zivilrechtliche Haftung von Vereinsmitgliedern oder Mitgliedern von Vereinsorganen (z.B. Vorstand) auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt, sofern deren Vergütung € 720 jährlich nicht übersteigt.

Die Haftung für die Veranlassung einer zweckfremden Verwendung von Spenden auf wird ebenfalls auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit beschränkt. Damit bewirkt eine verschuldensunabhängige Veranlassung einer zweckwidrigen Mittelverwendung künftig keinen Haftungsfall mehr.

6. Vergütung von Vorständen

Vorstände von Vereinen und Stiftungen sind nach Auffassung der Finanzverwaltung grundsätzlich ehrenamtlich tätig, das heißt, sie dürfen keine Vergütung erhalten, wenn dies nicht in der Satzung ausdrücklich anders geregelt ist. Zukünftig soll dies auch Aufnahme ins BGB finden. Organisationen, die ihre Vorstände ohne Satzungsgrundlage vergüten, gefährden damit eindeutig ihre Gemeinnützigkeit und riskieren darüber hinaus auch strafrechtliche Konsequenzen.

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Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements (2007)

Das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements aus dem Jahr 2007 beinhaltet folgende wesentliche Neuerungen für gemeinnützige Körperschaften (verkürzte Wiedergabe):

1. Gemeinnützigkeitsrecht:

Die bis dahin in der Anlage 1 zu 48 EStDV aufgezählten gemeinnützigen Zwecke wurden redaktionell überarbeitet und in § 52 Abs. 2 Satz 1 AO übernommen, die Anlage 1 wurde aufgehoben.

Die Besteuerungsgrenze für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe in § 64 Abs. 3 AO, die Zweckbetriebsgrenze gem. § 67b Abs. 1 AO sowie die Umsatzgrenze für Vorsteuerpauschalierung gem. § 23a UStG wurden von € 30.678 auf € 35.000 angehoben.

2. Spendenrecht:

Zuwendungen (Spenden und geeignete Mitgliedsbeiträge) sind einheitlich bis zu 20% des Gesamtbetrages der Einkünfte oder 4 Promille der Summe von Umsätzen, Löhnen und Gehältern abzugsfähig. Der bisherige besondere Höchstbetrag von € 20.450 für Zuwendungen an Stiftungen wurde ersatzlos aufgehoben. Zuwendungen, welche die Höchstbeträge überschreiten oder im Veranlagungszeitraum der Zuwendung nicht berücksichtigt werden können, können gem. § 10d EStG zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden, ein Rücktrag ist nicht mehr möglich. Der zusätzliche Höchstbetrag für Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung wurde von € 307.000 auf € 1.000.000 angehoben. Die Spende muss nicht mehr anlässlich der Neugründung einer Stiftung geleistet werden, so dass auch Zustiftungen begünstigt sind.

Die Spendenhaftung wurde an die durchschnittliche steuerliche Auswirkung bei den einzelnen Steuerarten angepasst. Der Haftungssatz wurde dementsprechend bei der ESt und der KSt von 40% auf 30% des zugewendeten Betrages abgesenkt und bei der GewSt von 10% auf 15% angehoben. Die Grenze für den vereinfachten Zuwendungsnachweis in § 50 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 EStDV wurde von 100 auf 200 EUR verdoppelt. Die Muster für Zuwendungsbestätigungen (ESt-Handbuch, Anhang 37) sind an die neue Rechtslage angepasst worden.

3. Übungsleiterpauschale

Die sog. steuerfreie Übungsleiterpauschale gem. § 3 Nr. 26 EStG wurde von 1.848 auf 2.100 EUR erhöht. Der Anwendungsbereich bleibt unverändert. 4. Steuerbefreiung für nebenberufliche Tätigkeit im gemeinnützigen Bereich,
§ 3 Nr. 26a EStG. Neu ist seit dem Jahr 2007 die Möglichkeit der Steuerbefreiung für nebenberufliche Tätigkeiten im Dienst oder Auftrag einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Körperschaft. Begünstigt sind alle Tätigkeiten zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke i.S.d. §§ 52 bis 54 AO (z.B. Tätigkeit als Funktionär, Gerätewart usw.). Der Freibetrag beläuft sich gem. § 3 Nr. 26a EStG auf 500 EUR im Jahr. Diese Regelungen gelten auf jeden Fall unverändert bis zum 31.12.2012. Ggf. gelten ab dem 01.01.2013 in Teilen neue bzw. aktualisierte Regelungen, die sich aus dem Gemeinnützigkeitsentbürokratisierungsgesetz ergeben (siehe gesonderte Information).

Info Gesetz zur weiteren Stärkung bürgerschaftlichen Engagements

Aufwandsentschädigung oder Entgeltzahlung?

„Übungsleiterpauschale“

Bedeutung: Steuerliche Vergünstigung nach § 3 Nr. 26 des deutschen Einkommensteuergesetzes

Bedingung: Nebenberufliche Tätigkeit für eine gemeinnützige Organisation oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts

Bezug: Nebenberufliche Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbare Tätigkeit (z.B. Übungsleiter im Sportverein oder nebenberuflicher Dozent an Volkshochschule, Fachhochschule, Uni, künstlerische Tätigkeit, Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen)

Freigrenze: Einkünfte nach § 14 Abs. 1 Satz 3 SGB IV sind bis zu einer Grenze in Höhe von EUR 2.100 jährlich steuerfrei und nicht sozialversicherungspflichtig. Bei Überschreiten der Grenze von EUR 2.100 tritt Steuerpflicht ein, es besteht jedoch weiterhin Sozialversicherungsfreiheit

Steuerbefreiung für nebenberufliche Tätigkeit im gemeinnützigen Bereich gem § 3 Nr. 26a EStG („Ehrenamtspauschale“)

Bedeutung: Steuerliche Vergünstigung nach § 3 Nr. 26a des deutschen Einkommensteuergesetzes

Bedingung: Nebenberufliche Tätigkeit für eine gemeinnützige Organisation oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts

Bezug: Nebenberufliche Tätigkeit zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke i.S.d. §§ 52 bis 54 AO (z.B. Tätigkeit als Vereinsvorstand,Funktionär, Gerätewart usw.)

Freigrenze: Der steuerliche Freibetrag beläuft sich gem. § 3 Nr. 26a EStG auf EUR 500 im Jahr. Bis zu dieser Höhe wird die Ehrenamtspauschale auch nicht sozialversicherungspflichtig

Abgrenzung: Werkvertrag – Freier Dienstvertrag – Arbeitsvertrag

Werkvertrag (§§ 631 ff. BGB) und Freier Dienstvertrag (§§ 611 ff. BGB): Regelung im BGB, Dispositionsfreiheit der Parteien
Arbeitsvertrag (§§ 611 ff. BGB): Regelung im BGB und durch zwingendes Arbeitsschutzrecht
Beim Dienstvertrag wird die Tätigkeit als solche, beim Werkvertrag ein bestimmter Erfolg geschuldet.

vertragsform
Info Aufwandsentschädigung oder Entgeldzahlung, Kriterien der Scheinselbstständigkeit_0