Was ist eine nebenberufliche Tätigkeit bei Übungsleiterfreibetrag und Ehrenamtspauschale?

Einnahmen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit in einem Verein können unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei sein. Die Details ergeben sich in erster Linie aus:

  • § 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz (EStG) – sogenannter Übungsleiterfreibetrag von 2.400 €/Jahr
  • § 3 Nr. 26a EStG – sogenannte Ehrenamtspauschale, 720 €/Jahr.

Gemeinsamer Nenner: „nebenberuflich“
Die Voraussetzungen sind nicht identisch. Gemeinsam haben diese beiden Möglichkeiten allerdings, dass eine nebenberufliche Tätigkeit vorliegen muss.

Was unter „nebenberuflich“ in diesem Zusammenhang zu verstehen ist, ergibt sich aus dem BMF-Schreiben vom 21. November 2014 (Az.: IV C 4 – S 2121/07/0010 :032 – DOK 2014/0847902). Neben anderen Regelungen zu steuerfreien Einnahmen aus ehrenamtlicher Tätigkeit wird hier der Begriff „nebenberuflich“ definiert:

Um eine nebenberufliche Tätigkeit im Sinne der § 3 Nr. 26/26a EStG wird eine Tätigkeit verstanden, die bezogen auf das Kalenderjahr nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nimmt.

Arbeitszeit ist entscheidend
Dabei kommt es auf die Arbeitszeit an, nicht auf die Frage, ob auch ein Hauptberuf ausgeübt wird. Daher können auch Hausfrauen, Studenten, Rentner, Arbeitslose usw., die keinen Hauptberuf ausüben, Einnahmen aus nebenberuflicher Tätigkeit im Sinne des § 3 Nr. 26/ 26a EStG haben.

So weit, erst einmal so einfach. Schwieriger wird es, wenn der Zahlungsempfänger/Steuerpflichtige mehrere verschiedene Tätigkeiten ausübt, für die die Steuererleichterungen nach § 3 Nr. 26/ 26a EStG in Betracht kommen. Dann sind gleichartige Tätigkeiten zusammenzufassen, wenn sie sich nach der Verkehrsanschauung als Ausübung eines einheitlichen Hauptberuf darstellen.

Das BMF gibt hierzu ein Beispiel. So sind die Erledigung der Buchführung und die Erledigung der entsprechenden Aufzeichnungen von jeweils weniger als einem Drittel der Arbeitszeit einer Vollzeitbürokraft zusammenzurechnen. Damit soll vermieden werden, dass die eigentlich für nebenberufliche Tätigkeiten gedachten Steuererleichterungen auch gewährt werden müssen, wenn die Arbeitsgebiete künstlich aufgeteilt werden.

Gleichfalls zur Vermeidung von Manipulationen dient ein weiterer Grundsatz. Eine Tätigkeit wird nicht nebenberuflich ausgeübt, wenn sie als Teil der Haupttätigkeit anzusehen ist. Damit soll
z. B. vermieden werden, dass aus dem Arbeitsgebiet der in dem obigen Beispiel erwähnten Bürokraft die Buchführungsaufgaben herausgenommen werden und ihr diese als Nebentätigkeit dann wieder zugeschoben werden. Das Ziel solcher Konstruktionen wäre, die Einnahmen für die Buchführung (zumindest teilweise) steuerfrei zu gestalten. Daher weist das BMF ausdrücklich darauf hin, dass die Zusammenrechnung auch erfolgt, wenn eine formale Trennung der haupt- und nebenberuflichen selbstständigen oder nicht selbständigen Tätigkeiten für denselben Arbeitgeber ( = Verein) erfolgt. Voraussetzung für die Zusammenrechnung ist, dass beide Tätigkeiten gleichartig sind und die Nebentätigkeit unter ähnlichen organisatorischen Bedingungen wie die Haupttätigkeit ausgeübt wird. Das gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige mit der Nebentätigkeit eine ihm aus seinem Dienstverhältnis faktisch oder rechtlich obliegende Nebenpflicht erfüllt.

Faustformel für nebenberufliche Tätigkeiten: Es handelt sich um eine nebenberufliche Tätigkeit iSd § 3 Nr. 26/26a EStG, wenn bezogen auf das Kalenderjahr nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit einer vergleichbaren Vollzeitkraft eingesetzt wird. Sowohl bei mehreren Tätigkeiten als auch bei mehreren Rechtsverhältnissen (Hauptjob, Nebenjob) ist dagegen Vorsicht geboten.

RA Heiko Klages, 2K-verbandsberatung

Prämie für die freiwillige Versicherung im Ehrenamt bei der VBG wird etwas teurer

Die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) erhöht erstmals seit rund 10 Jahren den Jahresbeitrag für die freiwillige Versicherung ehrenamtlich Tätiger. Vorstandsmitglieder von Vereinen, gewählte Ehrenamtsträger gemeinnütziger Vereine oder auch ehrenamtlich Engagierte in politischen Parteien und Gremien von Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerorganisationen können so gegen in Ausübung ihres Ehrenamts entstandene Arbeits- oder Wegeunfälle oder bei einer Berufskrankheit gut und preiswert abgesichert werden. Der Beitrag beträgt ab 01.01.2015 pro ehrenamtlich tätiger Person 3,00 €/Jahr (statt bisher 2,73 €/Jahr). Der neue Beitrag wird erstmals im Frühjahr 2016 erhoben.

Vereine, die der Beitragserhöhung entgehen wollen, müssen eine entsprechende freiwillige Versicherung bei der VBG bis zum 31.12.2014 kündigen. Da dieser Versicherungsschutz grundsätzlich eine gute Sache ist, sollte das allerdings sorgfältig überlegt werden.

Mehr Informationen hierzu erhalten Sie auf der Internetseite der Verwaltungsberufsgenossenschaft.

RA Heiko Klages, 2K-verbandsberatung

 

Programmausschreibung “ Young Leaders – Du und Dein Verein“ Qualifizierungsprogramm für Ehrenamtliche

Die Stiftung Gute-Tat in Hamburg hat Ihr neues Programm Young Leaders – Du und Dein Verein” zur Nachwuchsförderung und Gewinnung von zukünftigen Vereinsvorständen gestartet. Über einen Zeitraum von einem Jahr werden die Teilnehmenden durch verschiedene Themenworkshops im Bereich Organisation und Führung von Vereinen unterstützt und weiter qualifiziert. Bewerbung ist bis 19. Dezember 2015 möglich.

Nachwuchsgewinnung und -qualifizierung in Vereinen für ehrenamtliche Vorstands- und Führungstätigkeiten ist für viele Vereine ein wichtiges Anliegen. Daher möchten wir mit unserem neuen Projekt „Young Leaders – Du und Dein Verein“ Vereine bei ihrer internen Nachwuchsförderung und der Gewinnung von zukünftigen Vorständen aus dem Kreis bereits aktiver Ehrenamtlicher unterstützen. Zielsetzung des Projekts ist die längerfristige Gewinnung von ehrenamtlichem Nachwuchs für die Vorstandsarbeit und für Führungstätigkeiten. Bereits aktive Menschen im Verein sollen darin bestärkt werden, Aufgaben in der Vorstandsarbeit wahrzunehmen sowie erste Führungs- und Leitungsaufgaben zu übernehmen.

Kosten: Für die Teilnehmer entstehen keine Kosten.
Dieses Projekt wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung.

Zeitraum: Dezember 2014 – November 2015
Das Programm startet mit einer Auftaktveranstaltung, qualifiziert die Teilnehmenden an fünf Moduleinheiten und endet mit einer Abschlußveranstaltung im Herbst 2015.

Begleitend dazu finden zwei Workshops für die teilnehmenden Vereine zum
Thema Nachwuchsgewinnung und –förderung statt.

Kontakt
Frau Simone Klein, Tel: (040) 3573 7400 oder per Mail an s.klein @ gute-tat.de
http://www.gute-tat.de/young-leaders/

Eine Engagement-Strategie für Hamburg

Eine Strategie für Hamburg: Als Ergebnis eines monatelangen Beteiligungsprozesses hat die Freie und Hansestadt Hamburg ein Strategiepapier veröffentlicht. In dem Papier werden Handlungsempfehlungen für die Entwicklung und Förderung von ehrenamtlichem bzw. freiwilligem Engagement bis 2020 gegeben. Das Strategiepapier wurde durch die Hamburger Bürgerschaft verabschiedet und ist online unter www.hamburg.de/freiwilligenstrategie-2020 verfügbar.

Stichtag 01.01.2015 – Vorstandsvergütungen bedürfen einer Satzungsgrundlage

Durch das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts wurde 2013 § 27 BGB mit Wirkung zum 01.01.2015 geändert. Eingefügt wurde ein neuer Satz 2 in Abs. 3 dieser Vorschrift. Die Neuregelung gilt sowohl für gemeinnützige als auch für nicht gemeinnützige Vereine. Sie besagt ausdrücklich, dass der Vorstand grundsätzlich unentgeltlich tätig ist.

Ab dem 01.01.2015 sind Vergütungszahlungen an den Vorstand daher nur noch erlaubt, wenn die Satzung des Vereins diese Zahlungen ausdrücklich zulässt. Das die Satzung von der gesetzlichen Vorgabe des neuen § 27 Abs. 3 Satz 2 BGB abweichen darf, ergibt sich aus § 40 BGB. Mögliche Satzungsregelungen in diesem Zusammenhang sind z.B.:

„Der Vorstand erhält eine Vergütung, deren Höhe von ….. festgesetzt wird.“

„Der Vorstand kann eine Vergütung erhalten. Über die Gewährung der Vergütung dem Grunde nach und deren Höhe entscheidet ….“

Mit Vergütung in diesem Sinne ist jede Bezahlung für eingesetzte Zeit oder geleistete Arbeit gemeint. Nicht gemeint und auch ohne Satzungsgrundlage zulässig, ist der Ausgleich von tatsächlichen Aufwendungen wie z.B. Reisekosten, Telefonkosten usw.

Mit Vorstand ist in § 27 BGB der gesetzliche Vorstand gemeint. Das ist der vertretungsberechtigte Vorstand nach § 26 BGB, der im Vereinsregister eingetragen sein muss. Vergütungszahlungen an andere Personen als die Mitglieder des gesetzlichen Vorstandes sind auch ohne ausdrückliche Satzungsgrundlage erlaubt. Wichtig dabei ist jedoch eine satzungsgemäße Beschlussfassung. Außerdem darf die Höhe der Zahlung nicht unangemessen sein. Leistung und Gegenleistung müssen in einem angemessenen Verhältnis zueinanderstehen.

Sollte die Satzung Vergütungszahlungen an den gesetzlichen Vorstand (noch) nicht vorsehen, ist eine umgehende Satzungsänderung erforderlich. Die Zahlung von Vergütungen an den Vorstand ohne Satzungsgrundlage nach dem 01.01.2015 hat gleich mehrere mögliche Folgen:

  1. Die Gemeinnützigkeit ist massiv gefährdet.
  2. Der Verein hat Rückforderungsansprüche gegen dem Vorstand in Hinblick auf die geleisteten Zahlungen.
  3. Die Entlastung des Vorstandes durch die Mitgliederversammlung ist gefährdet.
  4. Es drohen Schadensersatzansprüche des Vereins gegen den Vorstand.
  5. Der Vorstand hat sich evtl. wegen Untreue strafbar gemacht.

RA Heiko Klages; www.2k-verbandsberatung.de

Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung ehrenamtlicher Vereinsvorstände

Das BBE beschäftigte sich 2011-2014 mit den zunehmenden Schwierigkeiten der Vereine bei der Besetzung ehrenamtlicher Vereinsvorstände im Rahmen eines von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projektes. Die Abschlusspublikation befasst sich mit den aktuellen Herausforderungen bei der Ausgestaltung ehrenamtlicher Vorstandsämter und Ansätzen zur Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung von Vereinsvorständen. Ein Serviceteil enthält zahlreiche weiterführende Informationen und Materialien. Download: http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/PDF/publikationen/Vereinsvorstaende_BBE_2014.pdf

Inhalt

I Einleitung
Katrin Gewecke/Ansgar Klein
Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung ehrenamtlicher Vereinsvorstände –
ein Thema für Information, Erfahrungsaustausch und Vernetzung im BBE
II Vereine und ihre ehrenamtlichen Vorstände
Thomas Röbke
Der Verein als Form zivilgesellschaftlicher Selbstorganisation
Annette Zimmer
Auslaufmodell Verein? Vom Veralten eines gesellschaftlichen Strukturmoments
III Vereinsvorstand gesucht – Vereine in der Leitungskrise
Eckhard Priller/Mareike Alscher/Patrick Droß/Claudia Schmeißer
Vereine unter Veränderungsdruck
Holger Krimmer
Stehen Vereine vor einer Führungskrise?
Mareike Alscher
Junge Menschen – zukünftige Funktionsträger in zivilgesellschaftlichen Organisationen
I V Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung ehrenamtlicher Vereinsvorstände
Peggy Niering
Vorstand. Nachwuchsgewinnung. Vereinskultur. Möglichkeiten und Strategien
Katja Stamer
Warum US-amerikanische ehrenamtliche Vereinsvorstände leichter zu finden sind!
Dieter Schöffmann
Vorstände gemeinnütziger Vereine – Herausforderungen der Vorstandsentwicklung
Cornelia Hürzeler
vitamin B – fit für den Verein
V Zielgruppenspezifische Vorstandsarbeit
Matthias Köpke
Junges Engagement in Vereinsvorständen: Zivilgesellschaft ermöglichen wollen
und können auch Jugendliche
Monika Michael
Frauen in ehrenamtlichen Vereinsvorständen – Nicht nur eine Frage des Wollens –
Beobachtungen und Forderungen der LandFrauen
Michael Lindner
„Vor-stand statt Ruhe-stand“ – Gewinnung ehemaliger Führungskräfte für die Vorstandsarbeit in Vereinen oder Verbänden
Berit Sandberg
Stiftungsmanagement als Selbstmanagement – Ein Plädoyer für eine Bewusstseinserweiterung .
VI Erfahrungen aus Praxis- und Modellprojekten
Viola Breuer/Ferdinand Mirbach
Engagement braucht Leadership – eine Idee im Praxistest
Stephan Würz
Hessisches Modellprojekt „Ehrenamt sicher in die Zukunft – Ehrenamtliche
Vereinsvorstände und Führungskräfte im ländlichen Raum gewinnen und halten“
Ute Blessing-Kapelke/Florian Kaiser
„Attraktives Ehrenamt im Sport – Gesucht: Funktionsträger/innen in der 2. Lebenshälfte für Sportvereine“ Ein DOSB-Projekt zur vernetzten Ehrenamtsförderung
VII Interviews
Fragen an Michael Wurm von der AIDS-Hilfe NRW
Fragen an Dr. Christiane Deuse vom Projekt Landliebe Landau
Fragen an Anke Werner von der Kölner Freiwilligen Agentur e. V.
VIII Vereine in der Kommune
Vereine in der Kommune. Chancen und Herausforderungen – Eine Arbeitshilfe für Kommunen und Vereine erarbeitet durch die BBE-Arbeitsgruppe „Perspektiven der lokalen Bürgergesellschaft“
Katrin Gewecke/Tobias Quednau/Jutta Stratmann
Vereine als vitaler Bestandteil der lokalen Bürgergesellschaft
IX Service-Teil
Projekte
Materialien und Hinweise
Praxishilfen und Unterstützungsangebote

Valorisierung von unentgeltlichen Leistungen

Durch die so genannte Valorisierung unentgeltlicher Leistungen besteht die Möglichkeit, im Kosten- Finanzierungsplan zu dokumentieren, welche Bedeutung ehrenamtliche Arbeit und / oder kostenlos zur Verfügung gestellte Infrastruktur (z.B. Büro, Tagungsräume, Technikausstattung) haben. Bei der Valorisierung handelt es sich um den Ansatz von Kosten, die tatsächlich entstehen, zu denen es aber keine konkreten Aufwendungen / Zahlungen in Form von Geldflüssen (bar oder unbar) gibt. Die Höhe der angesetzten Mittel sollte angemessen sein. Zweck der Valorisierung ist die Erhöhung des Eigenanteils der NRO in Anträgen. Jede Valorisierung muss gleichwertig sowohl im Kostenplan als auch im Finanzierungsplan enthalten sein und dort jeweils als Valorisierung ausgewiesen werden. Die Valorisierung von Leistungen erhöht also einerseits die Kosten eines Projektes und in gleicher Höhe auch die geplante Finanzierung. Damit erhöht sie also das Gesamtbudget. In vielen Fällen stellt die Valorisierung von Leistungen eine ganz wesentliche Möglichkeit für Gruppen ohne oder mit geringen frei verfügbaren Barmitteln (z.B. aus Spenden) dar, überhaupt einen nennenswerten Eigenanteil für das beantragte Projekt auszuweisen.

Beispiele

  • Freiwillige unentgeltliche Arbeit von Ehrenamtlichen
  • Nutzung von Büroinfrastruktur, die bereits vorhanden ist oder von Anderen kostenlos zur Verfügung gestellt wird
  • Anteilige Miete, sofern sie aus anderen Mitteln finanziert wird und nicht bereits Gegenstand des jeweiligen Antrages ist

Zur Praxis der Valorisierung

Auch valorisierte Leistungen müssen nachweisbar sein, das heißt, es müssen entsprechende Eigenbelege/Unterlagen geschaffen und aufbewahrt werden; hier empfiehlt es sich dringend, z. B. bei jedem Treffen von Ehrenamtlichen gleich entsprechende Belege vorbereitet zur Unterschrift vorzulegen und diese umgehend wieder einzusammeln, da die spätere Rekonstruktion länger zurückliegender Treffen schwierig ist; bei der Valorisierung von Infrastruktur sollten einmal nachvollziehbare Grundlagen ermittelt und dokumentiert werden, die dann als einheitliche
Berechnungsgrundlage dienen.

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Ehrenamt trifft Geld

In einer neuen Broschüre gibt der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart einen Überblick über Formen der Vergütung und Auslagenerstattung im Ehrenamt. Darüber hinaus werden Grenzen der Vergütung zum Thema gemacht und Handlungsempfehlungen gegeben.Die Broschüre bietet einen guten Überblick und kann bei nötigen Unterscheidungen und rechtlichen Fragen wertvolle Informationen liefern. http://www.dicv-rottenburg-stuttgart.caritas.de/3974.html

Wesentlich für das Ehrenamt ist seine Unentgeltlichkeit. Was für Jahrzehnte leicht als „Magna Charta des Ehrenamts“ durchging, gilt inzwischen nicht mehr ohne Weiteres. Scheint doch eine Vergütung von – ursprünglich unentgeltlichem – Engagement zunehmend nicht mehr als Widerspruch zum Ehrenamt zu gelten. Eine auch geringe stundenbezogene Vergütung wird vielmehr als interessanter Baustein betrachtet. Doch sorgt die Gemengelage von Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale, von Geringfügiger Beschäftigung und Honoraren immer wieder für Kritik und Irritationen. Das Profil dessen, was landläufig als „Ehrenamt“ bezeichnet wird, droht unscharf zu werden. Die neu erarbeitete 13-seitige Handreichung des DiCV Rottenburg-Stuttgart präzisiert die Begriffe „Unentgeltlichkeit“ und „Vergütung“ im Kontext von Ehrenamt. Sie klärt über die Formen von Vergütung sowie die rechtlichen Rahmen-bedingungen auf und benennt alternative Formen der Anerkennung. Sie wirft einen kritischen Blick auf die Folgen von Vergütung im Ehrenamt, formuliert Handlungsempfehlungen und benennt deren jeweilige Konsequenzen.

Initiativen zur Besetzung und Qualifizierung ehrenamtlicher Vereinsvorstände

Modellprojekt der Robert Bosch Stiftung

Vereine sind die wichtigste Organisationsform für ehrenamtliches Engagement. Nahezu jeder Zweite in Deutschland ist Mitglied in einem Verein. Die Zahl der Engagierten, die als Funktionsträger tätig sind, verringert sich jedoch stetig. Für viele Vereine ist es zunehmend eine Herausforderung, ehrenamtliche Vorstandsposten nachzubesetzen. Dies liegt oft an einem verstaubten Bild von Vorstandsarbeit, aber manchmal auch an fehlender Offenheit in Vereinen für frischen Wind von außen oder zeitgemäße Strukturen.

Um auf diese Herausforderung zu reagieren führt die Robert Bosch Stiftung seit 2011 in Kooperation mit dem Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern (LBE) das Programm „Engagement braucht Leadership“ durch. In einer ersten Modellphase von 2011 bis 2013 wurden dabei die Freiwilligenagenturen in Bremen, Halle/Saale und Mülheim an der Ruhr gefördert, um Maßnahmen zur Qualifizierung von ehrenamtlichen Vereinsvorständen sowie zur Vermittlung von neuen Vorstandsmitgliedern zu erarbeiten und umzusetzen. Informationen hierzu bietet die Publikation „Stärkung von Vereinen und ihren Vorständen als Zukunftsaufgabe“, die in der rechten Spalte zum Download bereitsteht.

Die Unterstützung von Personen in Vorstandsämtern sowie die Gewinnung, Qualifizierung und Nachbesetzung neuer Vorstände stehen auch in der zweiten Programmphase von „Engagement braucht Leadership“ von 2014 bis 2016 im Mittelpunkt. Um den Ansatz in die Breite zu tragen und noch stärker im politischen Handeln auf Landesebene zu verankern, arbeitet die Stiftung in den kommenden zwei Jahren in drei Bundesländern mit größtenteils zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, die sich für die Teilnahme am Programm in landesweiten Netzwerken organisiert haben.

In Baden-Württemberg sind dies unter der Federführung des Paritätischen Bildungswerkes, der Gemeindetag und das Gemeindenetzwerk, der Städtetag und das Städtenetzwerk, der Landesjugendring und die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen.

In Hessen bearbeitet die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen das Thema in Kooperation mit der LandesEhrenamtsagentur Hessen.

In Nordrhein-Westfalen übernimmt die Paritätische Akademie die Federführung des Netzwerkes, an dem der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband NRW, die AIDS-Hilfe NRW, die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen sowie die Landesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros beteiligt sind.

Die Vorstandsthematik soll dauerhaft in das Aufgabenprofil der Netzwerke auf Landesebene aufgenommen und auch über die Stiftungsförderung hinaus fortgeführt werden. Mehr dazu: http://www.bosch-stiftung.de

Ehrenamtliche Vorstände gewinnen und binden

Der MuP-Newsletter der Friedrich-Ebert-Stiftung Nr.2/2013 befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Ehrenamtliche Vorstände gewinnen und binden“. Er kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.
1_MuP-Newsletter_2013_2_1(2).pdf

Obwohl heute jede/r zweite Deutsche Mitglied in einem Verein ist, haben diese zunehmend Schwierigkeiten ehrenamtliche Leitungspositionen zu besetzen. Begrenzte Zeitressourcen der Engagierten stehen immer komplexere Vorstandsaufgaben und Erwartungen der Anspruchsgruppen gegenüber. In den Organisationen wird es deshalb zunehmend wichtiger, Vorstandsarbeit an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen, sowie die Voraussetzungen zu schaffen um, Vorstandswechsel nachhaltig zu planen und umzusetzen.

Damit auch Sie Vorstandswechsel in Ihrer Organisation professional gestalten können, beantworten wir Ihnen Fragen rund um die Themen Vorstandsgewinnung, -entwicklung und -bindung. So finden Sie neben einem ExpertInneninterview zahlreiche Praxisbeispiele, Literaturtipps und praktische Anregungen zu diesem Thema.