SEPA (Single Euro Payments Area)

Informationsservice für gemeinnützige Organisationen
Autorin: Monika Friederich
Stand: November 2012
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S E P A (Single Euro Payments Area)

Die Abkürzung SEPA bezeichnet den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum.
Damit werden erstmals europaweit standardisierte Überweisungen, Lastschriften und
Kartenzahlungen für Transaktionen in Euro bereitgestellt. Schecks sind von der
Standardisierung ausgenommen.

Traditionell besteht bislang in jedem Land ein nationales Zahlungsverkehrssystem, parallel dazu
bestehen internationale Zahlungsverkehrsformate (z. B. SWIFT). Auslandszahlungen sind dabei
bislang i. d. R. teurer und fehleranfälliger.

Ziel des SEPA ist, bargeldlose Zahlungen innerhalb und zwischen den 32 Teilnehmerländern so
zu standardisieren, dass es für die Bankkunden keine Unterschiede mehr zwischen nationalen
und grenzüberschreitenden Zahlungen gibt.

Daraus ergeben sich insbesondere folgende Vorteile aus SEPA:
® Erleichterung des Zahlungsverkehrs zwischen den teilnehmenden Ländern
® Schaffung eines gemeinsamen Rechtsrahmens für Zahlungsverkehrs-transaktionen in
Europa

® Ablösung der nationalen Zahlungsverkehrssysteme (mittelfristig)
Die Vorbereitungen zum Umsetzung des SEPA laufen schon seit einigen Jahren. Am 30.03.2012
trat die entsprechende EU-Verordnung in Kraft.

Darin werden unter Anderem folgende Rahmenbedingungen und Neuerungen festgelegt:
Ein Wechsel auf SEPA ist für alle Bankkunden verbindlich.
Der gemeinsame Endtermin für die nationalen Überweisungs- und Lastschriftverfahren gilt
zum 01. Februar 2014 (nationale Ausnahmeregelungen gelten ggf. bis zum 01. Februar 2016).
Das heißt, dass spätestens ab dem 01. Februar 2014 sämtliche Überweisungen als SEPAÜberweisung
getätigt werden müssen, alle Lastschriften als SEPA-Lastschrift.

SEPA-Überweisung
® Überweisung in Euro innerhalb Europas beleghaft oder elektronisch
® gilt einheitlich für inländische wie auch für grenzüberschreitende Überweisungen in die
SEPA-Teilnehmerländer
® Verwendung von IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Bank Identifier
Code) ist verpflichtend
® keine Betragsbegrenzung
® Gutschrift innerhalb von einem Bankarbeitstag bei elektronischer Überweisung, innerhalb
von maximal zwei Bankarbeitstagen bei beleghafter Überweisung

SEPA-Lastschrift
Voraussetzung: das SEPA-Lastschriftmandat, in Deutschland bislang bekannt als
Einzugsermächtigung. Das Mandat ermächtigt den Zahlungsempfänger zum Einzug des fälligen
Betrages vom Zahlungspflichtigen und beauftragt gleichzeitig die Bank des Zahlungspflichtigen
mit der Einlösung der Lastschrift.

Die SEPA-Basis-Lastschrift
® gilt einheitlich europaweit
® muss ein exaktes Fälligkeitsdatum enthalten und mit entsprechendem Vorlauf an die Bank
des Zahlungspflichtigen übermittelt werden
® beinhaltet eine Widerspruchsfrist von 8 Wochen ab Belastung (bei nicht vorhandenem
Mandat 13 Monate)
® muss IBAN und BIC enthalten
® enthält eine eindeutigem individuell durch den Zahlungsempfänger vergebene,
Mandatsnummer, die bei Erst- oder Folgelastschriften angegeben werden muss
® enthält eine Gläubiger-Identifikationsnummer des Lastschrifteinreichers (Beantragung
ausschließlich online bei der Bundesbank)
® hat einen auf 140 Zeichen eingeschränkten Verwendungszweck
® darf nur dann mit anderen Lastschriften zusammengefasst werden, wenn sie sich auf
dasselbe Mandat bezieht
® benötigt eine Referenz zu einem SEPA-Mandat, das bei Geschäftsabschluss vom
Zahlungspflichtigen unterschrieben und vom Zahlungsempfänger gespeichert wird
® kann ausschließlich beleglos erfolgen
Insbesondere bezüglich des elektronischen Lastschriftverfahrens (ELV) bedeutet dies also
ggf. einen erheblichen Anpassungsaufwand, da sowohl die rechtlichen als auch die
technischen Voraussetzungen für die SEPA-Lastschrift sich deutlich von den bisherigen
Voraussetzungen unterscheiden. Weitere Informationen erhalten die Bankkunden über Ihre
Hausbank.

SEPA-Datenformate

Das neue Zahlungssystem braucht ein neues Datenformat. Das bislang in Deutschland genutzte
DTAUS-Format unterstützt SEPA-Zahlungen nicht. Das neue SEPA-Datenformat basiert auf dem
ISO Standard 20022 in Form von XML-Dateien. Spezielle Informationen sowie entsprechende
Upgrades für Zahlungssoftware sollten die jeweiligen Anbieter zur Verfügung stellen.