Ehrenamtspauschale bei Tätigkeiten in mehreren Vereinen?

Der Freibetrag in Höhe von 720 € nach § 3 Nr. 26a EStG (sog. Ehrenamtspauschale) gilt nur für Tätigkeiten in gemeinnützigen Vereinen und nicht für Tätigkeiten in deren wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Er fällt insgesamt nur einmal pro Person und Jahr an, kann aber auf Einkünfte aus mehreren gemeinnützigen Vereinen verteilt werden. Der darüber hinausgehende Betrag ist zu versteuern.

Beispiel:
Einkünfte aus gemeinnützigen Verein A (Vorstandstätigkeit):         600,00 € / Jahr
Einkünfte aus gemeinnützigen Verein B (Vorstandstätigkeit):          400,00 € / Jahr
Gesamteinnahmen                                                                                1.000,00 €/ Jahr

Davon steuerfrei nach § 3 Nr. 26a EStG                                           720,00 €
Davon zu versteuern (1.000 € – 720,00 €)                                        280,00 €

RA Heiko Klages, 2K-verbandsberatung

Dürfen Spendenbescheinigungen auch für das Vorjahr ausgestellt werden?

Zum Jahreswechsel  stellt sich für viele Verantwortliche in Vereinen die Frage, ob sie auch im Jahr 2016 noch Spendenbescheinigungen ausstellen dürfen, wenn die Spende aus 2015 stammt? Die Antwort ist relativ einfach.

Sie dürfen auch im Jahr 2016 noch eine Spendenbescheinigung für eine in 2015 erfolgte Spende ausstellen. Die Spendenbescheinigung trägt dann das Datum des Tages, an dem sie ausgestellt wurde und Sie bescheinigen die Spendenzahlung in 2015.

Prüfen Sie vorher aber – wie bei jeder anderen Spende auch –, ob es sich tatsächlich um eine Spende gehandelt hat. Entscheidend ist, dass die Zuwendung freiwillig und ohne Gegenleistung des Vereins erbracht wurde. Nur dann handelt es sich um eine Spende.

Verwenden Sie unbedingt auch die jeweils aktuellen amtlichen Spendenbescheinigungen. Nur so ist es dem Spender möglich, seine Spende steuerlich geltend zu machen.

RA Heiko Klages, 2K-verbandsberatung

 

Auch für steuerbefreite Organisationen sind Körperschaftssteuererklärungen abzugeben

Nach wie vor sind viele Verantwortliche in gemeinnützigen Vereinen der Ansicht, sie müssten für den Verein keine Körperschaftssteuer- bzw. Gewerbesteuererklärung abgeben, schließlich sei der Verein steuerbefreit. Das ist allerdings schlicht falsch. Im Extremfall kann das Nichtabgeben der Körperschaftssteuererklärung sogar zum Entzug/Widerruf der Anerkennung als gemeinnützige Organisation führen.

Was war das Problem?

Die Finanzämter prüfen regelmäßig, ob der Status als steuerbegünstigte Organisation noch berechtigt ist, regelmäßig rückwirkend für die vergangenen drei Jahre. Grundlage ist eine entsprechende Steuererklärung des Vereins. Vorgeschrieben ist hierfür der „Vordruck Gem1“. Dieses Formular ist dem zuständigen Finanzamt fristgerecht nebst Kopien der Kassen- und ggfs. Geschäftsberichte vorzulegen.

Das bedeutet für die Praxis

Ohne Steuererklärung geht es nicht.

Verein muss selbst aktiv werden

In der Vergangenheit war es häufig noch so, dass die Finanzämter die Vereine rechtzeitig an die Abgabe der Steuererklärungen erinnert und die Formulare fristgerecht zugesandt haben. Das geschieht in den meisten Bundesländern nicht mehr. Es ist Sache des Vereins, den Geschäftsbetrieb so zu organisieren, dass die Steuererklärungen rechtzeitig abgegeben werden.

Tipp: Ausfüll- und ausdruckbare Formulare finden Sie im Internet unter www.formulare-bfin.de. Navigieren Sie dort zu Formularcenter -> Formulare A-Z -> Gemeinnützigkeit.

Verantwortlich ist der Vorstand

Die Erledigung der steuerlichen Pflichten des Vereins obliegt dem gesetzlichen Vorstand (Vorstand nach § 26 BGB). Dazu gehört auch die rechtzeitige Abgabe der Steuererklärungen. Versäumt er diese Pflicht, so kann das 2 mögliche Haftungsfolgen haben:

  1. Haftung gegenüber dem Verein wegen nicht ordnungsgemäßer Auftragserfüllung, falls es zu einem Schaden bei dem Verein kommt.

Haftung gegenüber dem Finanzamt nach §§ 69, 34, 35 AO, falls Steuern deshalb nicht von den Verein erhoben werden können.

RA Heiko Klages, 2K-verbandsberatung