Leitfaden Wirkungsorientierung der Welthungerhilfe

Leitfaden Wirkungsorientierung in den Projekten und Programmen der Welthungerhilfe
Teil I: Hintergründe und Definitionen
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Das Leitmotiv wirkungsorientierter Evaluation der Welthungerhilfe ist, aus Erfolgen und Misserfolgen zu lernen, aus Fehlern Konsequenzen zu ziehen und die Wirkungen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit Partnern und Zielgruppen ständig zu verbessern.

Eine organisationsübergreifende Arbeitsgruppe (AG) wurde 2012 damit beauftragt, den Prozess der Umsetzung von wirkungsorientierter Planung, Monitoring und (Selbst-)Evaluation in der Welthungerhilfe voranzutreiben. Hauptaufgabe der AG war die Erarbeitung eines Leitfadens, der das Wirkungsverständnis der Welthungerhilfe definiert und eine praktische Handreichung zur Umsetzung von Wirkungsorientierung bei der Planung, beim Monitoring und der Evaluation von Projekten der Welthungerhilfe bietet.

Gliederung des Leitfadens

Der Leitfaden gliedert sich in drei Teile:

Teil I erläutert Begriffe und Hintergründe wirkungsorientierter Projektplanung und verortet Wirkungsorientierung im Projektzyklus der Welthungerhilfe.

Teil II stellt eine praxisorientierte Handreichung bereit, in der das wirkungsorientierte Vorgehen in den einzelnen Projektphasen Schritt für Schritt anhand eines konkreten Projektbeispiels erläutert wird. Mögliche Methoden, die – in Abhängigkeit vom Projekttyp – bei der Durchführung des jeweiligen Schrittes angewandt werden können, sind nur aufgeführt, aber nicht im Einzelnen näher erläutert.

Teil III enthält eine Sammlung von Instrumenten und Methoden zur Wirkungsorientierung und benennt Vorteile und Grenzen der jeweiligen Werkzeuge. Die Auswahl basiert zum überwiegenden Teil auf den Erfahrungen, die in den Projekten der Welthungerhilfe gemacht wurden.

Zewo-Leitfaden Wirkungsmessung in der Entwicklungszusammenarbeit

Wirken und Bewirken – Wirkungsmessung in der Entwicklungszusammenarbeit

Mit dem neuen Leitfaden zur Wirkungsmessung unterstützt die Zewo Hilfswerke beim wirkungsorientierten Vorgehen. Die ETH Zürich bietet mit dem Nachdiplomstudium für Entwicklungsländer entsprechende Ausbildungs- und Beratungsmöglichkeiten an, und die Schweizerische Evaluationsgesellschaft (Seval) fördert den Informations- und Erfahrungsaustausch.

zum Zewo-Leitfaden für Projekte und Programme in der Entwicklungszusammenarbeit

Wirkt so. Handreichung zur Wirkungsorientierung und Antragstellung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit

Herausgeber: Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER) und Stiftung Nord-Süd-Brücken, 92 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen

Die Handreichung zur Antragstellung und Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit enthält einführende Texte, ein ausführliches Beispielantragsraster, Beispielanträge und Hilfestellungen zur Projektentwicklung bzw. Wirkungsorientierung. Sie soll kleinen Vereinen bei der wirkungsorientierten Projekt- und Antragsentwicklung behilflich sein.
Bezug: E-Mail mit Anschrift und Anzahl der Broschüren an buero[ät]ber-ev.de
Schutzgebühr: 10 EUR zzgl. Porto, Rechnung wird mitgeschickt.

Vorwort des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags

„Wirkt so.“ – oder doch besser „So wirkt´s“? Diese Frage haben wir uns bis kurz vor Drucklegung gestellt. Der Arbeitstitel war zunächst „So wirkt´s“. Darin sahen wir genau das auf den Punkt gebracht, was wir mit dieser Handreichung bezwecken: Das Konzept der Wirkungsorientierung systematisch auf die Inlandsarbeit übertragen und dies in einer Art und Weise, die möglichst praxisnah und leicht verständlich ist und die entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt, in ihrer Projektplanung noch klarer und besser zu werden – und damit letztlich auch bessere Projekte zu machen.

Doch im Laufe der Erstellung wurde uns Stück für Stück deutlich, dass dies ein schwieriges Unterfangen ist, bei dem es zudem wenig Vorarbeiten gibt, auf die wir hätten aufbauen können. Und uns wurde klar, dass die Methodik der Wirkungsorientierung zu linear und schematisch ist, um alle Ebenen der komplexen entwicklungspolitischen Inlandsarbeit, die ja letztlich zum Großteil Bildungsarbeit ist, abzubilden. So wurde aus dem affirmativen „So wirkt´s“ das etwas skeptischere und leicht augenzwinkernde „Wirkt so.“.

Klar ist: Wenn die Geldgeber mehr Wirkungsorientierung wollen – was wir grundsätzlich für sinnvoll halten – müssen sie auch zu einer Änderung ihrer Förderpraxis bereit sein. Es sollte weniger auf Quantität und Masse (etwa bei TeilnehmerInnen- und Veranstaltungszahlen) Wert gelegt werden als auf Qualität und Wirkung. Dafür müssen manchmal auch Vorprojekte und Vorstudien finanziert werden. Zudem erreichen Projekte mit der Wirkungsorientierung und weiteren steigenden Qualitätsanforderungen ein Komplexitätsniveau, das sich teils nur noch mit Hauptamtlichen bewältigen lässt. Für all das müssen zukünftig Mittel beantragt werden können, wenn die Geldgeber nicht die personelle und finanzielle Verantwortung der Umstellung auf Wirkungsorientierung auf die Nichtregierungsorganisationen (NRO) abwälzen wollen – was für diese nicht akzeptabel wäre und überdies von den meisten NRO auch nicht geleistet werden kann.

Generell sollte Wirkungsorientierung eher als ein Grundanspruch, eine Zielrichtung verstanden werden – nicht als ein starres Konzept. Planungsinstrumente wie etwa Wirkungsketten sind hilfreich, um die Wirkungen im eigenen Projekt in den Blick zu bekommen. Es soll daraus aber keine Wissenschaft gemacht werden. Sie bleiben Hilfsmittel, welche die eigene Arbeit unterstützen und nicht zum Selbstzweck mutieren sollen. Auch bei der Wirkungsorientierung muss – ähnlich wie bei Evaluationen – der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum Gesamtprojekt und -budget stehen.

Wir sind uns bewusst, dass manche NRO über die Einführung der Wirkungsorientierung nicht begeistert sein werden, sondern sie als weitere bürokratische Hürde in der Antragstellung wahrnehmen werden. Da wir jedoch davon überzeugt sind, dass sich die staatliche und private Finanzierung der Entwicklungspolitik langfristig nur durch hohe Qualität sichern und ausbauen lässt, möchten wir mit dieser Handreichung einen Beitrag dazu leisten, der die NRO-Perspektive kennt und berücksichtigt. NRO werden sich der Wirkungsorientierung in absehbarer Zeit ohnehin kaum verweigern können, da die meisten Geldgeber sie jetzt schon in ihre Förderpolitik zu integrieren beginnen. Und das wird Folgen haben. Wenn Andreas Rosen in seinem Einleitungsartikel schreibt, dass „der sich verändernde Blickwinkel nicht zum Entscheidungskriterium für die Bewilligung oder Ablehnung von Projekten wird“, so erscheint dies unrealistisch. Bei der Mehrheit der Geldgeber wird passieren, was logischerweise passieren muss: Einmal formulierte Anforderungen werden zu Standards und damit zu Bewertungskriterien – und dementsprechend auch zu Ausschlusskriterien.

Dies macht deutlich: Die Zusammenarbeit vom BER als Landesnetzwerk entwicklungspolitischer NRO mit einer Förderinstitution wie der Stiftung Nord-Süd-Brücken verläuft bei so einem Thema nicht immer konfliktfrei. Die unterschiedlichen Rollen bringen unterschiedliche Blickwinkel mit sich, die nicht immer leicht zu vereinbaren sind. Aber gerade deswegen fanden wir es sinnvoll, diese Handreichung zusammen mit der Stiftung zu erarbeiten. In Diskussionen und Auseinandersetzungen ist eine Broschüre entstanden, die beide Standpunkte reflektiert und beinhaltet – und die hoffentlich für NRO wie andere Geldgeber hilfreiche Denkanstöße und Werkzeuge liefert.

Armin Massing, Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag

BOND Evidence Principles for NGOs

The Bond Evidence Principles and checklist are for assessing and improving the quality of evidence in evaluation reports, research reports and case studies.

They have been designed specifically for NGOs and can be used when commissioning, designing and reviewing evidence-based work. The principles help ensure that decisions about projects and programmes are made on the highest quality basis.

What are the Evidence Principles?

The Evidence Principles are a set of common principles that underpin quality evidence in international development. The principles are:

  • Voice and Inclusion: the perspectives of people living in poverty, including the most marginalised, are included in the evidence, and a clear picture is provided of who is affected and how
  • Appropriateness: the evidence is generated through methods that are justifiable given the nature of the purpose of the assessment
  • Triangulation: the evidence has been generated using a mix of methods, data sources, and perspectives
  • Contribution: the evidence explores how change happens and the contribution of the intervention and factors outside the intervention in explaining change
  • Transparency

To help organisations reflect on whether their evidence base meets the principles, Bond has worked with NGOs to develop clear criteria and a simple interactive checklist for assessing the standard of evidence against each principle. More: http://www.bond.org.uk/effectiveness/principles